Organophosphate, wie sie in der Landwirtschaft eingesetzt werden, sind nicht nur für diejenigen giftig, die täglich damit arbeiten. Auch Kinder, die in der Nähe der Felder leben, können die Folgen des Nervengifts spüren. Das schliessen Forscher der US-amerikanischen Universität Berkeley aus Untersuchungen an 279 Kindern.
Die Wissenschaftler nahmen während der ersten sechs Lebensjahre der Kinder fünfmal Urinproben und massen die Lungenleistung der Kinder, wenn diese sieben Jahre alt waren. Es zeigte sich, dass eine zehn Mal höhere Konzentration an Organophosphaten im Urin einer rund acht Prozent schwächeren Lunge entsprach. Das sei eine Wirkung in derselben Grössenordnung, wie es ein Kind durch das Passivrauchen erleide, wenn die Mutter rauche.
Organophosphate sind synthetische Verbindungen, die in den 1930ern entdeckt wurden. Zu dieser Klasse gehört auch Sarin, ein Nervengift, das der Irak im Golfkrieg eingesetzt hat und mit dem in den Neunzigern zwei terroristische Anschläge durch eine Sekte in Japan verübt wurden. Viele Organophosphate sind in der Schweiz verboten, einzelne Insektizide mit Wirkstoffen aus dieser Stoffklasse sind aber zugelassen.

