Das von Studierenden organisierte Symposium an der Universität St. Gallen (HSG) geht dieses Jahr der Frage nach der Qualität des Wirtschaftswachstums nach. Zum Thema «Growth - the good, the bad, and the ugly» diskutieren vom Mittwoch bis Freitag rund 600 Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft und 200 Studierende aus über 50 Ländern.
In den zahlreichen Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops auf dem Campus der HSG geht es um Fragen wie: «Warum fällt es vielen entwickelten Staaten so schwer, zu Wachstum zurückzufinden? Gibt es bestimmte Grenzen des wirtschaftlichen Wachstums? Brauchen wir Wachstum in dieser Form überhaupt noch oder ist es Zeit für eine Systemreform?».
Problem mit Klimawandel
In der Schweiz sei das Wachstum zwar niedrig. «Aber wir sind sehr glücklich damit», sagte Bundesrätin Doris Leuthard am Donnerstagvormittag in ihrem Grusswort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 46. St. Gallen Symposiums an der Universität St. Gallen.
Mit dem hohen Lebensstandard, der tiefen Arbeitslosigkeit und dem sozialen Frieden könne die Schweiz ein Vorbild für viele Länder sein. Allerdings sei der Klimawandel ein grosses Problem. «Uns schmelzen die Gletscher weg», sagte die Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).
Hoffnung nach Klimakonferenz
Das von allen Ländern der Welt unterzeichnete Klimaabkommen von Paris mache grosse Hoffnungen. «Aber wir stehen noch ganz am Anfang», sagte Leuthard. Die Industrieländer müssten umdenken, denn sie verbrauchten noch viel zu viele Ressourcen. Die Länder müssten ihre Hausaufgaben erledigen und die multilaterale Zusammenarbeit suchen.
Der wichtigste Faktor einer funktionierenden Wirtschaft sei jedoch das soziale Wohlergehen der Bürger, sagte Leuthard. Deshalb brauche es neben den Umweltstandards weltweit gültige Arbeitsstandards.

