Weicher und frischer Pulverschnee. Die morgendliche Wintersonne, die auf die unberührte Schneedecke scheint. Das Klick-Geräusch, das ertönt, wenn die Skischuhe in den Bindungen der Ski einrasten. Für begeisterte Wintersportler sind es diese Momente, die das Skifahren zu dem machen, was es ist.
Doch der Skisport steht seit einigen Jahren in der Kritik. Viele Skigebiete haben kaum noch Schnee und sind auf Kunstschnee angewiesen, um über die gesamte Saison hinweg Wintersport zu gewährleisten. Zudem verbrauchen Skigebiete viel Energie: Pistenpräparierung, Heizung, Gastronomie. Hinzu kommt, dass die meisten Gäste mit dem Auto anreisen.
In der Gesamtheit hat der Skisport mittlerweile den Ruf als Klimasünder. Doch das muss nicht sein. Fünf Schweizer Skigebiete setzen Nachhaltigkeit bereits um und zeigen, dass Klimaschutz und Skispass auch gemeinsam funktionieren können.
Die 5 nachhaltigsten Skigebiete der Schweiz:
1. Saas-Fee
Saas-Fee wird nicht umsonst als die «Perle der Alpen» bezeichnet. So ist es eines der höchstgelegenen und nachhaltigsten Skigebiete der Schweiz und ist Mitglied im Verein «Alpen-Initiative», der sich für den Schutz der Alpen vor dem Transitverkehr einsetzt. Die Liftanlagen und das gesamte Skigebiet werden zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben, vorwiegend aus Wasserkraft. Zudem bietet das autofreie Dorf eine perfekte Balance zwischen sanftem Tourismus und maximalem Skivergnügen. Saas-Fee legtausserdem grossen Wert auf den Erhalt der Gletscher und bietet geführte Touren an, die Besucher über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Alpen informieren. Auch die lokale Gastronomie legt grossen Wert auf regionale und biologische Produkte.
2. Zermatt Matterhorn Glacier Paradise
Zermatt, das berühmte Skigebiet am Fusse des Matterhorns, setzt seit Jahren Massstäbe in Sachen Nachhaltigkeit. Zermatt ist seit vielen Jahren autofrei. Touristen können mit dem Auto bis nach Täsch fahren und gelangen dann mit dem Shuttle oder dem Taxi nach Zermatt. Dort, im Dorfzentrum, verkehren Elektrotaxis und Pferdekutschen, die durch die verwinkelten Strassen fahren. Auch das Skigebiet selbst wird sehr umweltfreundlich betrieben. Der Grossteil der Energie wird aus erneuerbaren Quellen wie Wasserkraft gewonnen, für Bauprojekte herrschen strenge Umweltauflagen. Das Skigebiet Zermatt ist also nicht nur das höchstgelegene der Alpen, sondern auch, wasKlimaschutz angeht, ganz oben mit dabei.
3. Arosa Lenzerheide
Das Skigebiet Arosa Lenzerheide hat sich ebenfalls einen Namen als Vorreiter in Sachen Umweltschutz gemacht. Das Skigebiet ist Mitglied im «Alpine Pearls»-Netzwerk, das sich für umweltfreundlichen Tourismus in den Alpen einsetzt. Arosa Lenzerheide hat sich dem sanften Tourismus verschrieben und arbeitet intensiv an Projekten zur Reduzierung der Umweltbelastungen. So betreiben die Arosa Bergbahnen ihre Anlagen bereits zu einem Grossteil mit erneuerbarer Energie und achten darauf, den Eingriff in die Natur so gering wie möglich zu halten. Es gibt auch mehrere Initiativen zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, um den CO2-Ausstoss von Anreisenden zu verringern. Mit dem Projekt «Arosa Bärenland» wird zudem ein Bildungsprogramm angeboten, das auf den Schutz von Tieren und die Erhaltung der Natur abzielt.
4. Davos Klosters
In der Schweizer Bergstadt Davos findet jährlich das Weltwirtschaftsforum (WEF) statt. Doch auch der Wintersport zieht jede Saison Tausende von Besuchern an. Klosters ist nicht nur für seine atemberaubende Landschaft und sein weitläufiges Skigebiet bekannt, sondern auch für sein starkes Engagement im Bereich Nachhaltigkeit. So investiert das Skigebiet in zahlreiche Massnahmen, um die Umwelt zu schützen. Beispielsweise setzt Davos Klosters seit Jahren auf die Nutzung erneuerbarer Energien, wobei die Bergbahnen zu einem grossen Teil mit Strom aus Wasserkraft betrieben werden. Zudem engagiert sich die Region aktiv für die Förderung des öffentlichen Verkehrs, um die Anreise klimafreundlich zu gestalten. Ein weiteres Highlight ist die Unterstützung von Naturschutzprojekten in der Region. Das Skigebiet arbeitet mit verschiedenen Umweltorganisationen zusammen, um den Lebensraum für Wildtiere zu schützen und die Biodiversität zu fördern.
5. Flims Laax Falera
«Greenstyle» – so nennt sich die Nachhaltigkeitsinitiative des Skigebiets Flims Laax Falera. Die Initiative hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, den gesamten Energiebedarf durch regional produzierte, 100 Prozent erneuerbare Energie abzudecken und somit bis zum Jahr 2030 das erste klimaneutrale Wintersportresort der Welt zu werden. Bereits jetzt ist Laax, gelegen im Kanton Graubünden, ein Vorreiter für klimafreundlichen Wintersport. So hat es das weltweit erste CO2-neutrale Snowpark-Projekt ins Leben gerufen und engagiert sich intensiv für Abfallreduktion und Recycling. Ausserdem hat es Schutzzonen für Pflanzen und Tiere errichtet sowie Ranger-Dienste eingeführt, die die Besucher für die Besonderheiten der Natur sensibilisieren und über die schützenswerte Tier- und Pflanzenwelt informieren.
Skiurlaub klimafreundlicher gestalten
Neben der Wahl des Skigebiets gibt es weitere Punkte, durch die Wintersportbegeisterte dazu beitragen können, die Umweltauswirkungen des Skisports zu minimieren.
- Anreise: Der klimaschädlichste Faktor beim Skifahren ist die Anfahrt. Mit dem PKW wird viel CO2 ausgestossen. Besser: die Anreise mit dem Zug oder Bus.
- Ausrüstung: Der Kauf von langlebiger, hochwertiger Ausrüstung, die nicht oft ersetzt werden muss, lohnt sich. Auch Secondhandartikel oder Produkte aus recycelten und umweltfreundlichen Materialien sind eine gute Alternative.
- Unterkunft: Es gibt bereits zahlreiche nachhaltige Hotels oder Pensionen, die umweltfreundliche Praktiken anwenden.

