Nach der in der Fachzeitschrift «Scientific Reports» veröffentlichten Studie können Buntbarsche und Stachelrochen im
Zahlenraum bis fünf addieren und subtrahieren.
Die Bonner Zoologin Vera Schlüssel liess beide Arten in ihrer
Studie einfache Additionen und Subtraktionen vornehmen. «Dabei
mussten sie einen Ausgangswert um eins erhöhen oder vermindern»,
erklärte Schlüssel. Dazu nutzten sie und ihr Team bereits bei
anderen Tierarten erprobte Methoden zum Test der mathematischen
Fähigkeiten.
Sie zeigten den Fischen eine Ansammlung geometrischer Formen wie
etwa vier Quadrate. Wenn diese blau gefärbt waren, bedeutete das
«addiere eins ». Gelb gefärbte Quadrate bedeuteten «subtrahiere
eins».
Mit Futter belohnt
Danach seien die Aufgaben ausgeblendet und den Tieren neue
Abbildungen gezeigt worden - eine mit fünf und eine mit drei
Quadraten. Schwammen sie zum richtigen Bild - also bei der Addition
statt vier fünf blaue Quadrate - wurden die Fische mit Futter
belohnt. Bei der falschen Antwort bekamen sie nichts.
Um zu testen, ob die Fische ihre Erkenntnis auch auf neue Aufgaben
anwenden konnten, veränderten die Forscher ihre Aufgaben nach der
Lernphase. Dabei habe sich gezeigt, dass die Fische nun auch die
Aufgaben drei plus eins und drei minus eins lösen konnten. Auch in
einer Kombination mehrerer geometrischer Formen wie Quadrat,
Dreieck und Kreis hätten die Fische richtig gerechnet.
Unerwartete Ergebnisse
Die Forscher überraschte die Leistung der Barsche und Rochen auch
deshalb, weil diese keine Grosshirnrinde haben. Diese ist beim
Menschen für die meisten komplexen kognitiven Aufgaben zuständig.
Ausserdem sei auch nicht bekannt, dass die beiden Fischarten ein
gutes Zahlenverständnis benötigen.

