Gebietsfremd, gefrässig und gefährlich: Die versehentlich in die Schweiz eingeschleppte Asiatische Hornisse stellt für die Honigbiene eine grosse Gefahr dar. Vor dem Einflugloch des Bienenstocks schwebend fängt sie Bienen in der Luft. Sie köpft die Beute, entfernt ihre Beine und Flügel und bringt den eiweissreichen Brustteil zurück zu ihrem Nest, um ihre Larven zu versorgen. Belagern mehrere Asiatische Hornissen einen Bienenstock über mehrere Tage, hindert dies die Bienen am Ausfliegen. So ist die invasive Art in der Lage, ganze Bienenvölker innerhalb kurzer Zeit stark zu schwächen oder gar zu vernichten.
In der Schweiz wurde die Asiatische Hornisse erstmals im Jahr 2017 nachgewiesen. Inzwischen hat sie sich besonders im Norden des Landes rasant verbreitet und bedroht nicht nur die Imkerei, sondern auch den Obst- und Weinbau sowie sämtliche Kulturen, welche auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen sind. Dem rasanten Vormarsch der Asiatischen Hornisse konnte bisher kaum Einhalt geboten werden. Bis auf wenige Vogelarten, die Einzeltiere erbeuten, kennt die invasive Art in Europa kaum natürliche Feinde – bis jetzt.
Selektiv und effektiv
Eine mögliche Antwort auf die Bedrohung durch die Asiatische Hornisse liefert ein Bieler Start-up. Good4Bees hat eine Falle gegen die Bienenfresserin entwickelt, welche über die Landesgrenzen hinaus auf Interesse stösst. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen seit dem Verkaufsstart der Falle im März 2025 europaweit über 300'000 Exemplare verkauft. Im Mai dieses Jahres gewann das Start-up am Concours Lépine, einem internationalen Erfinderwettbewerb in Paris, zudem die Silbermedaille. Das Prinzip der Falle beruht auf Selektivität. Ein Lockstoff im Inneren zieht die Insekten an. Die Einflugöffnungen sind auf die Morphologie der Asiatischen Hornisse abgestimmt. Bienen und andere Insekten können zwar ebenfalls in die Falle gelangen, sie aber durch Ausflugöffnungen, die für die invasive Art zu klein sind, wieder verlassen. Für die grösseren Europäischen Hornissen sind die Einflugöffnungen hingegen zu klein. Die selektive Falle fängt also ausschliesslich Asiatische Hornissen.

Die Falle von Good4Bees erhielt auch auf YouTube gute Rückmeldungen von einzelnen Imkerkanälen. Den Start-up-Gründer Julien Gallina freut das: «Die grösste Motivation sind für uns die positiven Rückmeldungen der Menschen, die unsere Produkte täglich einsetzen. Sie zeigen uns, dass wir mit unseren Lösungen einen konkreten Beitrag zum Schutz von Bienen und anderen Bestäubern leisten können.» Die Falle ist zum Preis von 22.95 Franken unter good4bees.com erhältlich.
Asiatische Hornisse gesehen?
Machen Sie ein Foto und melden Sie Ihre Beobachtung unter der offiziellen Schweizer Meldeplattform asiatischehornisse.ch.

