Beobachten, Tierarzt oder Notfall?

Hunde und Katzen sind Meister darin, Schmerzen zu verstecken. Nach dem allgemeinen Befinden fragen, kann man sie auch schlecht. Was sind also die Anzeichen, dass man zum Tierarzt oder gar als Notfall in die Tierklinik fahren sollte?

Beobachten

Bei leichten, einmaligen Beschwerden sind ein Abwarten und Beobachten oft vertretbar, wenn das Tier sonst:

  • wach und ansprechbar ist
  • normal atmet
  • trinken kann
  • keine deutlichen Schmerzen hat
  • normal läuft und reagiert
  • sich nicht rasch verschlechtert

Beispiel:

  • Einmaliges Erbrechen
  • Einmaliger Durchfall
  • Eine Mahlzeit auslassen, aber sonst munter
  • Leichtes Hinken nach Belastung, ohne starke Schmerzen
  • Kleiner, oberflächlicher Kratzer (keine Bisswunde!)
  • Leichte, kurzzeitige Müdigkeit

Tierarzt

Heute oder zeitnah mit einer Tierarztpraxis Kontakt aufnehmen sollte man bei:

  • wiederholtem Erbrechen oder Durchfall
  • deutlich vermindertem Appetit
  • ungewöhnlich starkem Trinken oder vermehrtem Urinieren
  • Gewichtsverlust
  • anhaltender Müdigkeit oder Rückzug
  • Husten, häufigem Niesen oder Nasen-/Augenausfluss
  • Hautveränderungen, starkem Juckreiz oder Haarausfall
  • Lahmheit, die anhält oder wiederkehrt
  • Schmerzen bei Berührung, Aufstehen oder Bewegung
  • Blut im Kot oder Urin
  • Problemen beim Kot- oder Urinabsatz
  • einer Wunde, Schwellung oder Abszess
  • deutlicher Wesensveränderung oder auffälligem Verhalten

Notfall

Sofort in die Tierklinik oder zum tierärztlichen Notfalldienst bei:

Atmung und Kreislauf:

  • Atemnot oder deutlich angestrengter Atmung
  • Atmen mit offenem Maul bei einer Katze
  • blauen, grauen oder sehr blassen Schleimhäuten
  • Kollaps, Bewusstlosigkeit oder kaum vorhandener Reaktion

Neurologische Notfälle:

  • Krampfanfall, besonders wenn er länger dauert oder sich wiederholt
  • plötzlicher Lähmung
  • starkem Taumeln oder schwerer Orientierungslosigkeit

Verletzung und Blutung:

  • Verkehrsunfall oder schwerem Sturz, auch wenn das Tier zunächst unverletzt wirkt
  • starker oder nicht stoppender Blutung
  • Bissverletzung
  • möglichen inneren Verletzungen

Vergiftung oder Fremdkörper:

  • möglicher Aufnahme von Gift, Medikamenten oder einer potenziell giftigen Substanz
  • verschlucktem Fremdkörper, insbesondere Schnur/Faden bei Katzen

Achtung: Nicht selber Erbrechen auslösen, ausser eine Tierärztin oder ein Tierarzt weist ausdrücklich dazu an

Bauch und Harnwege:

  • plötzlich stark aufgeblähtem, schmerzhaftem Bauch
  • erfolglosem Würgen, besonders bei Hunden
  • wiederholtem Pressen auf Urin ohne oder mit nur wenig Tropfen (besonders bei Katern ein akuter Notfall)

Weitere akute Situationen:

  • schwere allergische Reaktion mit Schwellung, Atemproblemen oder Kollaps
  • starken, offensichtlich nicht kontrollierbaren Schmerzen
  • Hitzschlag (Kombination aus Hitze und Anstrengung. Typische Symptome: Starkes, anhaltendes Hecheln, starkes Speicheln, sehr rote Zunge oder rotes Zahnfleisch)

Hier finden Sie eine Liste mit Notfallnummern sortiert nach Kantonen.

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