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Wandern mit der Katze

Wandern mit Katzen mag auf den ersten Blick wie eine skurrile Idee wirken, doch immer mehr Katzenliebhaber in den USA entdecken diese Aktivität als eine bereichernde Möglichkeit, Zeit mit ihren Samtpfoten in der freien Natur zu verbringen.

In den USA hat sich das Wandern mit Katzen zu einem echten Trend entwickelt. Hier trifft man immer öfter auf Katzen, die gemeinsam mit ihren Besitzern Naturparks und bergige Terrains erkunden. Ein Paradebeispiel dafür ist Laura Moss mit ihrem Kater Travis. «Travis liebt es, neue Orte zu entdecken», berichtet Laura, die Mitbegründerin von AdventureCats.org. Die Plattform zielt darauf ab, Katzenbesitzern zu zeigen, wie sie sicher und erfüllend mit ihren Katzen Abenteuer erleben können. «Es gab eine wachsende Nachfrage von Katzenbesitzern, die Natur zusammen mit ihren Katzen zu erkunden», erklärt Moss. Allerdings fehlten fundierte Anleitungen für sichere Katzenabenteuer. Dies motivierte Moss und Cody Wellons, einer engagierten Art Director und Tierliebhaber, dazu, AdventureCats.org zu gründen. Das Team, das mittlerweile neun Mitglieder zählt, möchte aber nicht nur praktische Anleitungen bieten, sondern auch gesellschaftliche Stereotypen herausfordern. «Es gibt viele Vorurteile, wie das Bild der ‹verrückten Katzendame› oder dass Männer mit Katzen eigenartig seien», sagt Moss. «Diese Stereotypen sind oft mit Attributen wie ‹distanziert› und ‹unsozial› verbunden, die auch Katzen zugeschrieben werden. Wir möchten diese Vorurteile aus der Welt schaffen. Wer einmal eine Katze auf einer Wanderung trifft, vergisst schnell alle Vorurteile.»

Um das Wandern für Katze und Halter zu einem angenehmen Erlebnis zu machen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Diese reichen von der richtigen Ausrüstung bis zur Gewöhnung der Katze an das Geschirr und die Aussenwelt.

Eine wichtige Vorbereitung für das Wandern mit Katzen ist die Auswahl eines geeigneten Geschirrs. «Das Geschirr sollte so angepasst sein, dass nur ein Finger zwischen Geschirr und Katze passt», empfiehlt Moss. Dies gewährleistet, dass das Geschirr eng genug ist, um ein Entkommen zu verhindern, aber locker genug, um Druckstellen zu vermeiden. Auch die Wahl der Leine ist entscheidend. «Sie sollte aus einem robusten Material bestehen und eine angemessene Länge haben, um der Katze genügend Freiraum zu bieten, aber gleichzeitig ihrem Halter die Kontrolle ermöglichen.»

Bevor es auf grosse Tour geht, sollte die Katze schrittweise an das Tragen des Geschirrs gewöhnt werden. Dieser Prozess kann einige Tage bis Wochen dauern, abhängig von der Katze. «Beginnen Sie in gewohnter Umgebung, damit sich die Katze in Ruhe an das neue Geschirr gewöhnen kann», rät Moss. «Danach folgen erste kurze Spaziergänge im sicheren Umfeld des eigenen Gartens oder einer ruhigen Strasse. Dies hilft dabei, die Katze an Outdoor-Aktivitäten zu gewöhnen.» Die Dauer der Ausflüge kann langsam gesteigert werden, sobald die Katze sich sichtlich wohlfühlt.

Schritt für Schritt zur Abenteuerkatze

Doch nicht jede Katze ist für das Wandern geeignet. «Jüngere Katzen sind oft aufgeschlossener für neue Erfahrungen. Sie gewöhnen sich auch meist schnell an das Tragen eines Geschirrs», erklärt Moss. Bei älteren Katzen kann das Training mehr Zeit in Anspruch nehmen. Selbst dann begeistern sich nicht alle älteren Katzen für Abenteuer. Denn auch die Persönlichkeit spielt eine grosse Rolle: Manche Katzen bevorzugen ruhige Erkundungen in der Nähe ihres Zuhauses, andere sind abenteuerlustiger. Moss berichtet aus eigener Erfahrung: «Nur Travis hat wirklich Freude daran, neue Gebiete zu erkunden. Meine anderen beiden Katzen geniessen lieber die Sonne im Garten.»

Sicher unterwegs mit Samtpfoten

Zusätzlich zum Training und der Gewöhnung an das Geschirr sind spezielle Sicherheitsmassnahmen und eine sorgfältige Planung der Route wichtig, bevor es auf den Trail gehen kann. Das Rückruftraining ist besonders wichtig, um die Katze bei Bedarf sicher zurückrufen zu können, sollte sie sich erschrecken oder sich aus anderem Grund plötzlich vom Halter entfernen. «Dies erhöht die Sicherheit erheblich, besonders in unbekannten oder stark frequentierten Gebieten, und kann im Notfall von unschätzbarem Wert sein», so Moss.

Beim Wandern mit Katzen hat Moss zudem stets ein Auge auf das Wetter und die Umgebung. «Plötzliche Wetterumschwünge können die Bedingungen auf dem Trail schnell ändern und die Katze in Gefahr bringen. Es ist wichtig, immer auf den Wetterbericht zu achten und die Wanderung bei Anzeichen von Unwetter abzubrechen.» Zudem rät Moss dazu, ein Erste-Hilfe-Set für Katzen mitzunehmen, um bei kleinen Verletzungen sofort reagieren zu können. Selbstverständlich sollten auch die Kontaktdaten der nächsten Tierarztpraxis oder eines tiermedizinischen Notdienstes dabei sein, um im Falle eines Unfalls schnell handeln zu können.

Die Auswahl der Route sollte stets die Kondition und Fähigkeiten der Katze berücksichtigen, so Moss. «Wählen Sie Routen, die genügend Schatten bieten und nicht zu anspruchsvoll sind. So wird sichergestellt, dass das Wandern für die Katze zu einem schönen Erlebnis wird, ohne sie zu überfordern.»

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Abenteuer vor der Haustür

Auch der eigene Garten oder nahegelegene Parks können der Katze spannende Abenteuer bieten. Von der Jagd nach Insekten bis hin zum Klettern in niedrigen Ästen oder dem Erkunden von Verstecken im Unterholz bieten sich hier zahlreiche Entdeckungsmöglichkeiten und eine Vielfalt an Geräuschen, Gerüchen und anderen Tieren. Selbst in städtischen Umgebungen lässt sich mit ein wenig Kreativität ein kleines Abenteuer gestalten, meint Moss. «Kurze Leinen-Spaziergänge in ruhigen Strassen oder die Erkundung eines nahegelegenen ruhigen Hofes können bereits eine grosse Bereicherung für das Leben einer Katze darstellen.»

Auch die Abenteuer von Moss’ Katzen beschränken sich derzeit auf den heimischen Garten, da sie erst kürzlich von Atlanta nach London umgezogen sind. «Die Katzen haben riesige Freude daran, die neuen Gerüche zu erkunden. Besonders die Fuchsfamilie im Nachbargarten hat sie in ihren Bann gezogen», berichtet Moss von den ersten Tagen im Garten, die sie mit einer Katzenversion von Wildlife Shows vergleicht. «Das Beobachten der Fuchswelpen, die im Garten spielen, ist für meine Katzen wie das ideale Fernseherlebnis», schwärmt sie. Zumindest für ein paar Tage, denn auch ihre Katzen haben letztlich ihre individuellen Vorlieben: Während der vierzehnjährige Fiver nur gelegentlich mal rausgeht, erkunden die zwölfjährige Siri und der vierjährige Travis die Aussenwelt umso enthusiastischer. Insbesondere Travis, der bereits in den USA auf Wanderungen dabei war, ist unerschrocken und neugierig. «Bald werde ich mit ihm in die näheren Naturschutzgebiete fahren, wo es viele Vögel und Biber gibt», freut sich Moss. Auch Siri wird neue Abenteuer erleben, denn er soll Moss im Rahmen ihrer Arbeit zu lokalen Brauereien begleiten. «Dort kann er sich dann in der Sonne räkeln und es richtig geniessen, von Fremden gestreichelt zu werden.»

Packliste für das Katzenwandern

  • Trinkwasser und ein Napf
  • Kompass und Wanderkarte
  • Erste-Hilfe-Set und Sonnencreme für Mensch und Katze
  • Schweizer Taschenmesser
  • Halsband mit ID und Namensschild
  • Geschirr und Leine
  • Aktuelles Foto der Katze für den Fall, dass sie verloren geht
  • Kotbeutel
  • Zusätzliche Utensilien oder Medikamente, abhängig von den spezifischen Bedürfnissen der Katze
  • Wetterfeste Kleidung für plötzliche Wetterumschwünge, um sowohl Mensch als auch Katze warm und trocken zu halten

Zudem sollte dabei sein:

  • Futter für ungeplante Übernachtungen
  • Lichtquelle für den Fall der Dunkelheit
  • Notfallzelt

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