Zu diesem Schluss kommt das kantonale Amt für Wasser und Abfall (AWA), das regelmässig einige Kleinseen unter die Lupe nimmt. Zwar seien eine Reihe von Massnahmen bei der Siedlungsentwässerung, der Landwirtschaft und der Ortsplanung ergriffen worden, räumt das Amt in einem Communiqué mit. Trotzdem sorgten zu hohe Nährstoffmengen weiterhin für ein starkes Algenwachstum.
Im Sommer sei deshalb während Monaten kein Sauerstoff in den tieferen Wasserschichten vorhanden. Fische und andere Lebewesen könnten in diesen Zonen nicht mehr leben. Eine Trendwende ist nach Einschätzung des AWA nicht absehbar.Nach wie vor werde in der Nähe der Seen zu viel gedüngt, sagte Markus Zeh, stellvertretender Abteilungsleiter des Gewässer- und Bodenschutzlabors, auf Anfrage. Dazu komme die Eigendüngung des Sees durch eingelagerte Nährstoffe.
Dass Seen verlanden, sei zwar ein natürlicher Prozess, der Jahrzehnte oder Jahrhunderte dauern könne. Durch den Phosphoreintrag aus der Landwirtschaft und die Eigendüngung schreite die Verlandung aber heute viel schneller voran. «Eine gute Lösung gibt es eigentlich fast nicht», stellte Zeh fest. Man könne von den Bauern kaum verlangen, dass sie das Land in der Umgebung der Seen nur noch extensiv bewirtschafteten. Und selbst dann würde sich der Prozess der Verlandung fortsetzen, wenn auch in geringerem Tempo.
Aktionsplan des Bundes
Pflanzenschutzmittel seien das zweite grosse Problem, stellte Zeh fest. Der Bund will bis Ende Jahre einen Aktionsplan vorlegen, um unter anderem den Einsatz dieser Mittel zu reduzieren. Zur Erhaltung der Biodiversität ist es laut Zeh wichtig, dass auch verlandende Kleinseen nicht nur als Lebensraum für Fische, sondern auch für andere Tiere wie Amphibien und Reptilien zur Verfügung stehen. Durch zu viele Pflanzenschutzmittel und ihre Abbauprodukte könnte dies in Frage gestellt sein.Insgesamt zehn Seen wurden untersucht: Der Oeschinensee und das Burgseeli bei Ringgenberg sowie Amsoldingersee, Uebeschisee, Dittligsee, Gerzensee, Grosser Moossee, Burgäschisee, Inkwilersee und Lobsigensee.

