Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Schweizer Viertausender?
Durchaus. Es war das Breithorn. Ich bestieg es vor
40 Jahren in einer Gruppe mit einem Bergführer. Unvergesslich bleibt auch die Riesenfreude, die mich ganz oben auf dem Gipfel überkam. Dieses Gefühl und die überwältigende Aussicht sind noch heute mein grösster Antrieb, hohe Berge zu erklimmen.
Gab es einen Gipfel, der Sie besonders gefordert hat
Bei der Besteigung des Weisshorns via Nordgrat kam Nebel auf. Es war kalt und ich konnte nicht mehr sehen, wo ich den Fuss absetze und wo die Route weitergeht. Ein spezielles Gefühl. Doch dann plötzlich lichtete sich der Himmel wieder.
Wie bereiten Sie sich auf die Besteigung eines Viertausenders vor?
Ich sorge dafür, dass ich das ganze Jahr über fit bin – mit viel Bewegung und gesunder Ernährung. Für Hochtouren braucht es eine solide Grundfitness. Wenn eine längere, anspruchsvolle Tour bevorsteht, trainiere ich im Vorfeld mit Rucksack. Dieses Gewicht am Rücken ist nicht zu unterschätzen.
Was sind klassische Fehler, die unerfahrenen Bergsteigern unterlaufen?
Einige – besonders auch Gäste von weither – reservieren sich ein bestimmtes Datum für die Besteigung eines hohen Berges wie des Matterhorns. An diesem Vorhaben halten sie dann selbst bei einem Wetterumschwung fest. Auch zu viel Ehrgeiz ist gefährlich. Die sozialen Medien stacheln einige dazu an, über ihre Grenzen zu gehen. Viele schätzen zudem ihr eigenes Fitnesslevel zu hoch ein. Es ist ihnen zu wenig bewusst, dass sie mit dem Erreichen des Gipfels erst die Hälfte der Tour bestritten haben. Gerade beim Abstieg ereignen sich die meisten Unfälle, weil die Konzentration nachlässt und die Beine müde sind. Ziel einer jeden Tour sollte es sein, glücklich und gesund wieder zurückzukommen.
Welche Viertausender eignen sich gut für Anfänger und Anfängerinnen?
Für den Einstieg sind das Allalin- und das Breithorn ideal. Wichtig ist auch, dass bei Menschen mit wenig Erfahrung ein Bergführer mit dabei ist und man mindestens zu zweit unterwegs ist.
Welchen Einfluss haben Hitzeepisoden, wie wir sie im Sommer 2026 erlebt haben, auf hochalpine Touren?
Langanhaltende Hitze lässt im Hochgebirge den Schnee schmelzen. Auch der Permafrost taut auf, welcher Schutt und Fels zusammenhält. Dadurch steigt das Risiko für Steinschlag und Felsstürze. Gewisse Wege sind schwierig oder gar nicht mehr zu begehen. Touren im Hochgebirge müssen unter solchen Bedingungen besonders sorgfältig geplant werden, um heil am Ziel anzukommen.

