Politiker und Klimawissenschaftler suchen nach Wegen, um die Risiken des Klimawandels und die Notwendigkeit teurer Klimaschutzmassnahmen besser zu kommunizieren. Wie eine Studie unter Beteiligung der ETH Zürich im Fachjournal «Nature Climate Change» nun zeigt, gibt es jedoch kein Patentrezept, um die Öffentlichkeit mit dem Thema besser zu erreichen. Dies teilte die ETH Zürich am Montag mit.
Der ETH-Politikwissenschaftler Thomas Bernauer ist gemeinsam mit einem Kollegen der Frage nachgegangen, ob es besser sei, wirtschaftliche Begründungen wie positive Auswirkungen auf Innovationskraft und Arbeitsmarkt, sowie persönliche Aspekte - zum Beispiel den Schutz der Gesundheit - in den Mittelpunkt zu stellen.
Jeder mit seiner eigenen ideologischen Brille
Wie die Studie ergab, sind diese Argumente jedoch nicht unbedingt wirksamer als wissenschaftliche Fakten zu den Risiken des Klimawandels. «Jeder sieht die Welt durch seine eigene ideologische Brille», erklärte Bernauer in der Mitteilung. Nicht die konkrete Begründung sondern die Voreinstellung sei entscheidend, ob Menschen Klimaschutz für wichtig und richtig halten oder eben nicht.
Die Meinung zur Klimapolitik variiere je nach Sozialisierung, politischer Einstellung, Alter, Geschlecht und Bildung. Wer schon vorher grüne Politik unterstützte, werde sich durch jegliche Art von Argumenten bestätigt sehen. Und wer auch bisher dem Klimawandel skeptisch gegenüberstand werde sich auch durch wirtschaftliche oder gesundheitliche Argumente nicht vom Klimaschutz überzeugen lassen.
Mischung an Argumenten notwendig
Zu diesem Schluss kommen die beiden Forscher nach Analyse einer Online-Befragung unter mehr als 1600 US-Amerikanern. Diese wies den Teilnehmenden zufällig unterschiedliche Begründungen für kostspielige Klimaschutzmassnahmen zu und prüfte deren Auswirkungen auf die Meinung der Befragten zum Klimaschutz. «Natürlich ist das Ergebnis der Befragung in gewisser Hinsicht ernüchternd», sagte Bernauer in der Mitteilung. Aber nur aus der Perspektive des Klimaschutzes. Im Grunde sei es gut, dass Menschen sich nicht so einfach beeinflussen liessen.
Für die Kommunikation der Klimapolitik bedeute dieses Ergebnis, dass weiterhin eine umfassende Mischung aus Argumenten notwendig sei, schreibt die ETH Zürich. Wissenschaftliche Informationen zu den Risiken des Klimawandels seien ebenso wichtig wie wirtschaftliche und gesundheitsbezogene Begründungen für den Klimaschutz.

