Wir alle kennen die allgemeinen Tipps für mehr Nachhaltigkeit: anstelle von Plastiktüten Stoffbeutel und Gemüsenetz verwenden, Lebensmittel möglichst unverpackt, saisonal, regional und nur in der nötigen Menge kaufen, anstelle von Metall und Plastik Glas kaufen, Nachfüll-packungen und langlebiges Material bevorzugen sowie Wäsche nur waschen, wenn sie müffelt oder dreckig ist. Mit einigen weiteren Tipps und Tricks in der Küche lässt sich die Nachhaltigkeit im Handumdrehen noch verbessern.
Wiederverwenden statt wegwerfen
Viele Dinge wandern zu früh in den Müll. Ob Dosen, Becher, Tüten, Eispackungen, kleine Behälter, Glaskonserven, Flaschen etc. – Verpackungen müssen für die Mülltrennung gut gereinigt werden. Warum also nicht erst einmal aufheben? Vielleicht kann man sie wiederverwenden: In Schraubgläsern können Nüsse, Nudeln, Reis, getrocknete Früchte, Müesli, Hafer-flocken, Nägel, Schrauben etc. aufbewahrt werden.
Schraubgläser eignen sich ausserdem hervorragend zum Einkochen, Aufbewahren von Essensresten und sogar zum Einfrieren. Dafür das Glas nicht randvoll machen, sodass sich der Inhalt beim Einfrieren ausbreiten kann. Auch Plastikbehälter können hierfür verwendet werden.
Beim Backen können ebenfalls die Ressourcen geschont werden: Backpapier kann häufig mehrfach verwendet werden. Anstelle von Backpapier bietet sich eine Silikonmatte an. Der Nachteil: Brot, Stückli und Gebäck werden unten nicht knackig, sondern bleiben weich.
So lagern Lebensmittel länger
Damit Lebensmittel nicht frühzeitig verderben, sollten sie richtig gelagert werden. So müssen «trockene»Lebensmittel kühl und gut verschlossen gelagertwerden. Kartoffeln, Zwiebeln, Mehl und Müesli mögen es zudem dunkel. Mit frischem Obst ist es schwieriger, es fault rasch. Bewahrt man Beerenobst jedoch in einem luftdichten Glasbehälter im Kühlschrank auf, hält es sich länger.
Selbst Bio-Erdbeeren, die meist nach einem Tag im Kühlschrank ungeniessbar sind, bleiben so fünf Tage frisch. Zitronen halten sich bis zu drei Monaten im Kühlschrank, wenn sie in Wasser eingelegt sind. Doch selten hat man so viel Platz übrig. Zudem wird die Schale mit der Zeit weich und das Auspressen gestaltet sich schwierig. Der oft gelesene Tipp, Bananenstiele kurz zu schneiden, überzeugte uns nicht: Die Lager-ungszeit im Kühlschrank verlängerte sich dadurch nicht nennenswert.
Einmal angefangen …
Sobald Früchte wie Zitronen, Bananen und Avocados angeschnitten sind, kann man ihnen förmlich beim Verfall zusehen. Die angeschnittene Avocado mit Zitrone einzureiben oder mit einer halben Zwiebel in einer Dose aufzubewahren, half leider nicht. Fruchtreste hingegen in Folie zu packen, verbraucht unnötig Ressourcen. Unter zahlreichen Tipps und Tricks überzeugte dieser: Die Reste in einem kleinen, luftdichten Behälter im Kühlschrank lagern. Noch besser: wie auch überreifes Obst mit Milch oder Joghurt als Milchshake oder im Müesli verwenden.
Tomatenmark, Joghurt und Quark schützt eine Schicht Öl vor Schimmelbildung. Besonders gut eignet sich diese Methode für Reste, die später als Dressing, Dip oder beim Kochen mit Öl verwendet werden. Tofu und Schafskäse halten sich über mehrere Tage, wenn sie in Wasser eingelegt sind.
Gebrauchsfertig einfrieren
Frische Kräuter wie Dill, Petersilie und Schnittlauch müssen ebenfalls nicht sofort aufgebraucht werden. In einem Glas Wasser im Kühlschrank bleiben sie noch Tage frisch. Besser: gebrauchsfertig kleinhacken und in separaten Behältern einfrieren. Die benötigteMenge kann man herausnehmen und direkt zum Essen oder an den Salat geben. Mehrere Kräuter können auch als fertige Kräutermischung im Eiswürfelbehälter in Öl eingefroren werden. Reste von Basilikum lassen sich rasch mit etwas Knoblauch, Baumnuss, Parmesan und Olivenöl zu einem Pesto fertigen. Dieses kann por-tionsgerecht in kleinen Behältern eingefroren werden.
Zitronen und Ingwer eignen sich ebenfalls wunderbar zum Einfrieren: Halbiert, geviertelt oder samt Schale gerieben und in Eiswürfelbehältern eingefroren, sind sie rasch aufgetaut und gebrauchsfertig. Von gefrorenem Ingwer kann man die nötige Menge sogar einfach abschneiden. Eine Avocado einzufrieren, erwies sich leider als Flop. Sie wurde mit dem Auftauen matschig braun und eignete sich nur noch für Guacamole.
Reste nutzen
Auch das ausgekratzte Glas Erdnussbutter, Senf oder Marmelade findet noch eine Verwendung: Solche Reste eignen sich hervorragend als Basis für eine Salat-sauce. Auch Brotreste sollten nicht in den Müll. Brot lässt sich wunderbar am Stück oder in Scheiben einfrieren und im Kühlschrank auftauen. Weissbrot kann überdies getrocknet und zu Paniermehl gemahlenwerden. Ebenso sollten Gemüsereste erst noch in das Gefrierfach wandern. Später können sie für Gemüsesuppen oder Brühe verwendet werden. Vorsicht bei Frühlingszwiebeln: Sind sie nicht luftdicht verpackt, duftet das Gefrierfach rasch nach Zwiebeln. In leeren Tuben schlummert ebenfalls noch eine Menge Inhalt. Einfach abschneiden und nach und nach auskratzen. Damit die Resttube nicht austrocknet, umklappen und mit einer Wäscheklammer fixieren. Zahnpasta oder Creme liefern so noch drei- bis viermal Inhalt.
Salatsauce
Der letzte Inhalt des Marmeladen-, Senf- oder Erdnussbutterglases lässt sich aufpeppen mit: 1 Anteil Obst- oder Weinessig 3 Anteilen Olivenöl bei Senf noch etwas Süsse bei Erdnussbutter noch etwas Senf Verschliessen, schütteln, fertig!
Schalen nicht wegwerfen
Selbst Obstschalen lassen sich zweckmässig verwerten. Nicht nur als Dünger liefern sie eine Nahrungsquelle. Apfelschalen aus biologischem Anbau können getrocknet als Chips geknabbert, Apfel-, Orangen- und Zitronenschalen gewürfelt und getrocknet als Tee oder für selbstgemachtes Orangeat verwendet werden.

Rezepte für Snacks und Marmeladen aus Schalen lesen sich zwar verführerisch, bedenkt man aber die Zeit, die Schalen mehrmals in kochendem Wasser blubbern müssen, ist es mit der Nachhaltigkeit definitiv dahin. Viel besser: Orangen- und Zitronenschalen als toller Geschenkanhänger verwenden. Einfach mit einer Guetsliform ausstechen, trocknen lassen und danach am Eck ein Loch reinstempeln.
Dünger aus der Küche
Bananenschalen versorgen die Pflanze mit Potassium, Phosphor und Magnesium. Hierfür die Schalen in ein verschliessbares Glas legen und mit Wasser auffüllen. Nach 48 Stunden die Schalen klein schneiden und mit dem Wasser zusammen als Dünger in die Pflanzenerde einarbeiten. Ebenso eignen sich gemahlene Eierschalen, Kaffeesatz, Teeblätter, Nudel-, Ei-, Kartoffel- und Reiswasser zum Düngen.
Putztrio: Zitrusfrucht/Essig/Natron
Vor allem eigenen sich Schalen von Zitronen und Orangen in Kombination mit Essig als fruchtig duftendes Putzmittel. Dafür die Schalen von zwei Orangen in ein 1-Liter-Schraubglas legen und mit weissem Essig auffüllen. Nach zwei Wochen ist der Essig durch-gezogen und riecht nach Zitrusfrucht. Er kann an-stelle von herkömmlichem Putzmittel im Wischwasser oder verdünnt als Allzweckreiniger verwendet werden.

Ausgepresste Zitronenhälften dienen in der Küche als Kalkentferner: Einmal über die verkalkten Stellen der Spüle wischen und danach in den Besteckkasten der Spülmaschine legen. Dort sorgen sie ein, zwei Spülgänge lang für frischen Geruch . Ein weiterer Allrounder beim Putzen ist Natron, das man sich am besten gleich als Grosspackung zulegt, so vielfältig ist es einsetzbar. Wer besonders nachhaltig sein möchte, der gibt vergammelten T-Shirts eine neue Einsatzmöglichkeit: In praktische Lappen geschnitten, erfüllen sie ihren Zweck als Putzlappen anstelle einer Küchenrolle zum Aufwischen oder als Serviette.
Allrounder Natron
• Etwas Natron mit ein paar Tropfen Öl vermischen – entfernt Etiketten • Natron auf angefeuchtete Fläche streuen und einwirken lassen – eliminiert Gerüche • 1–2 Teelöffel Natron in den Abfluss streuen und mit Essig aufgiessen – säubert den Abfluss • 1–2 Teelöffel Natron in der Spülmaschine verteilen – entfernt Schmutz • 1–2 Teelöffel Natron im Waschgang der Waschmaschine – dient als Weichmacher und Entkalker



