Der «Atlas des Schweizerischen Nationalparks» ist von der französische Société de Géographie in Paris mit dem Prix Georges Erhard in der Sparte Kartographie ausgezeichnet worden. Es ist bereits die zweite Auszeichnung, welche die Herausgeber des Werks über 100 Jahre Forschung im Nationalpark erhalten.
Die Jury würdigte den Atlas als eindrückliches Werk, das die Erkenntnisse aus 100 Jahren Nationalparkforschung auf kartographische Weise aufarbeite und einem breiten Publikum zugänglich mache, wie der Nationalpark am Dienstag mitteilte. Der Atlas illustriere auf spannende Weise und in vielseitigen Facetten, wie sich die Natur ohne Eingriffe des Menschen über eine Jahrhundert entwickelt habe, hiess es in Paris. Die Resultate dokumentierten die Bedeutung der wissenschaftlichen Forschung, die im Nationalpark seit Anbeginn einen hohen Stellenwert geniesse.
Die Société de Géographie mit Gründungsjahr 1821 ist die älteste Geographische Gesellschaft der Welt. Seit 1881 vergibt sie den Prix Georges Erhard für besondere Leistungen im Bereich der geographischen Wissenschaften. Vor einem Jahr war der Atlas mit dem Prix Carto der Schweizerischen Gesellschaft für Kartografie in der Kategorie «print» geehrt worden.
115 Autoren und 100 Themen
Drei Herausgeber und 115 Autoren haben für den 250 Seiten dicken Atlas Unmengen von wissenschaftlichen Daten aufgearbeitet und in knapp 100 Themenkapitel gepackt. Die Beiträge bestehen aus einem einführenden Text und einer Karte oder mehreren. Der Atlas thematisiert laut dem Nationalpark alle relevanten Park- Themen, die kartographisch darstellbar sind.
Die Karten vermitteln in visueller Form die Erkenntnisse aus Forschung und Langzeitbeobachtung. Sie belegen etwa das Höhersteigen von Alpenschneehühnern im Zuge der Klimaveränderung, zeigen die Entwicklung der Wälder oder die Wanderung der Steinböcke im Verlauf der Jahreszeiten.
Besondere Beachtung schenkt der Atlas der zeitlichen Dimension und zeigt, was mit langfristigen Beobachtungsreihen in den für Nationalpärke relevanten Themenbereichen möglich ist. Laut dem Nationalpark ist der Atlas zudem das erste Werk, das Querverbindungen zwischen allen Forschungsthemen herstellt. Das Buch ist in deutscher und französischer Sprache erschienen.

