In einer Bachelorarbeit des Studiengangs Umweltingenieurwesen wurde in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Wildtiermanagement der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und dem Amt für Wald, Jagd und Fischerei des Kantons Solothurn untersucht, wie sich das Risiko der Afrikanischen Schweinepest (ASP), einer hochansteckenden Seuche, welche bei Haus- und Wildschweinen auftritt und zu hoher Sterblichkeit führt, im Bereich von Hauptverkehrsadern reduzieren lässt. Hierfür wurde im Kanton Solothurn und angrenzend die Wildschweinsicherheit an Autobahnraststätten und -Rastplätzen ermittelt. Diese hochfrequentierten Einrichtungen – oftmals Übernachtungsstätten für internationalen Schwerverkehr – werden als potenzielle Hotspots für eine Einschleppung in Betracht gezogen, da an diesen Standorten gehäuft kontaminierte Lebensmittel verzehrt und entsorgt werden könnten.
Die Studierende im Studiengang Umweltingenieurwesen Sabuha Manser hat das Thema gewählt, weil es von hoher Aktualität und Relevanz ist. Die Thematik stellt eine besonders interessante Schnittstelle zwischen Wildtierökologie, Veterinärwesen und Gesellschaft dar.
Reale Bedrohung für die Schweiz
Während hauptsächlich in Osteuropa die Zahl der Neuinfektionen von ASP steigt, ist die Schweiz bis dato frei. Allerdings kann das lange in der Umwelt überlebensfähige Virus über Vektoren wie Schweinefleisch, Fahrzeuge, Jagdausrüstung, Kleidung und weitere Objekte über weite Distanzen verschleppt werden. Da derzeit weder ein wirksamer Impfstoff noch Behandlungsmöglichkeiten existieren, nimmt die Prävention einen hohen Stellenwert ein.
Keine garantierten Standardlösungen
Für eine Übertragung sind grundsätzlich zwei Möglichkeiten zu erwägen: Entweder finden Wildschweine einen Weg in Innenareale, und somit Zugang zu Lebensmittelresten, oder Speiseabfälle landen durch Unachtsamkeit neben Mülleimern oder gar hinter Wildschutzzäunen. Ersterer Problematik kann begegnet werden, indem Zäune regelmässig auf Defekte überprüft, nicht verschliessbare Zauntore durch abschliessbare ersetzt und stabile, mit sicher verschliessbarem Deckel versehene Mülleimer zur Verfügung gestellt werden. Der zweite Aspekt spricht Littering an, einem vielschichtigen gesellschaftlichen Problem, welchem kaum durch infrastrukturelle Massnahmen entgegengewirkt werden kann. Gezielte Umweltbildungs- und Aufklärungskampagnen, Warnhinweise mit gehaltvoller Botschaft bis zu Bussen sind Ansätze, wie diese folgenschwere Problematik angegangen werden kann.
Proaktive Massnahmen zur Erhöhung der Wildschweinsicherheit an Raststätten sind eine wichtige Präventionsstrategie im Hinblick auf ASP. Wo menschliches Fehlverhalten die Haupttriebfeder für eine Seuchenausbreitung darstellt, ist eine langfristige, grenzüberschreitende und interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Sensibilisierung der Bevölkerung entscheidend. Dies gestaltet sich jedoch als zeitintensive und logistisch herausfordernde Aufgabe, die nicht in Kürze zu stemmen ist.

Zum Studiengang
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