Der feuchte Sommer 2014 war für die Schweizer Winzer eine Herausforderung: Viel Regen und vereinzelte Hagelschauer begünstigten die Entwicklung von Pilzkrankheiten an den Reben. Und dazu kam noch die Kirschessigfliege. Sie befiel laut dem Forschungsinstitut Agroscope zahlreiche frühreife Traubensorten und führten mit dazu, «dass die Trauben dieses Jahr von der Essigfäule so stark befallen wurden wie seit 2006 nicht mehr».
Der Essigfäule-Befall variierte laut Agroscope je nach Rebsorte und Lage zwischen Totalausfall und überhaupt keinen erkrankten Beeren. Insgesamt gehe das Forschungsinstitut aber davon aus, dass fast 10 Prozent des Schweizer Traubengutes vernichtet wurde. Neben den direkten finanziellen Ausfällen für die Rebbauern kamen auch indirekte Ernteverluste hinzu, weil die Winzer das befallene Erntegut viel sorgfältiger aussortieren mussten.
Jedes Jahr eine neue Chance
Trotz des erheblichen Ernteausfalls will Agroscope die Kirschessigfliege nicht allein für die Schäden verantwortlich machen. «Sind die Trauben einmal von der Essigfäule befallen, so ist es schwierig, den eigentlichen Verursacher festzustellen», schreibt das Institut in einer Medienmitteilung von Montag.
Die Kirschessigfliegen-Population sei aktuell so gross wie noch nie zuvor. Doch Agroscope relativiert die Bedrohung: «Über den Winter werden die meisten Individuen zugrunde gehen.» Nächstes Jahr gibt es also eine neue Chance zur Bekämpfung der Schädlinge. Unter anderem will das Forschungsinstitut künftig den Einsatz von Löschkalk prüfen, «denn es wird vermutet, dass diese Produkte die Eiablage einschränken und die Entwicklung der Essigfäule eindämmen». Auch der Wirkungsgrad von Köderverfahren werde getestet und nicht zuletzt solle der Einfluss «natürlicher Gegenspieler», beispielsweise kleiner Schlupfwespen, erhöht werden.

