Der Fall hat sich vor einigen Jahren zugetragen: Ein junger Kater fällt kurz vor Weihnachten im Dunkeln ins nicht zugedeckte Schwimmbad von Nachbarn, die das Wasser um die Hälfte abgelassen haben. Zwar sind Bretter als Ausstiegshilfe im Pool angebracht worden, die der Kater aber in der Panik und Dunkelheit nicht findet. Der Rest ist schnell erzählt: Das Büsi verendet qualvoll. Die Stiftung Tier im Recht (TIR) beleuchtete diesen Vorfall in der Folge aus juristischer Sicht. Zwar gebe es kein Gesetz, welches Schwimmbadbesitzern vorschreibt, Sicherheitsplanen oder Netze anzubringen. Dennoch habe der Eigentümer die Pflicht, dafür zu sorgen, dass vom Swimmingpool keine Gefahr ausgehe, so die Analyse der Stiftung.
Sonst muss er mit straf- und zivilrechtlichen Konsequenzen rechnen. Der geschilderte Fall kam zwar nicht vor Gericht, laut TIR ist aber eine Schadenersatzpflicht des Swimmingpool-Besitzers für eine ertrunkene Katze nicht ausgeschlossen.
Clever planen
Damit es gar nicht erst zu einem juristischen Hickhack und einem traurigen Tod von Haus- oder Wildtieren kommt, sollte ein Pool jederzeit gut gesichert sein. Besser noch: Bereits bei der Planung auf eine tiergerechte Gestaltung achten. Bevor der erste Spatenstich erfolgt, ist folgende Frage von Bedeutung: Welche Tiere leben in der Umgebung und welche Materialien und Vorkehrungen helfen, dass sie nicht in den Poolbereich gelangen? Sinnvoll können stabile Zäune rund um den Pool sein. Rutschsichere Rampen bzw. Stufen, aber auch Seile, Stäbe oder Leisten an den Poolrändern helfen Tieren, wieder aus dem Becken zu finden. Gut gespannte Sicherheitsabdeckungen, die auch dem Gewicht schwererer Tiere standhalten, schaffen zusätzliche Sicherheit bei Nichtbenutzung des Pools.
Ein weiterer Gefahrenherd: Durch die Wasserfilterung werden vor allem kleine Tiere angesogen und verfangen sich im Skimmerkorb, welcher Schmutz von der Wasseroberfläche absaugt. Es empfiehlt sich, diesen mit einem Schutzgitter abzudecken, damit Frösche oder Vögel nicht darin ertrinken. Wichtig ist auch, überhängende Äste abzuschneiden. Das verhindert, dass kleine Wildtiere wie Eichhörnchen in den Pool fallen.
Gelangt ein Tier trotz Vorsichtsmassnahmen doch ins Wasser, sollten zur Bergung von Kleintieren Hilfsmittel wie Schwimmbadnetze und -kescher oder Besen bereitstehen. Für grössere Tiere leisten lange, breite Holzbretter gute Dienste als Rampe. Doch aufgepasst: Tiere in Panik können kratzen und beissen, weshalb immer auch auf die eigene Sicherheit zu achten ist.

