ABO

Die verschiedenen Arten von Rochen

Flach, perfekt getarnt und oft ausgerüstet mit Giftstacheln werden Rochen jährlich zum schmerzhaften Verhängnis zahlreicher Badenden. In der Schweiz hat man die urtümlichen Tiere nicht zu fürchten, kann sie aber in diversen Aquarien bewundern.

Flach wie Flundern sitzen Rochen am Grund von Gewässern. Im Gegensatz zu den Plattfischen gehören Rochen jedoch zu den Knorpelfischen, das heisst, ihr Skelett besteht aus Knorpeln statt Knochen. Von den mit den Haien verwandten Tieren gibt es weltweit etwa 630 Arten, die meisten davon in tropischen Regionen. Alle ernähren sich von Wirbellosen wieMuscheln und Krebsen sowie Stachelhäutern wie Seeigeln und Seesternen. Mit Ausnahme der Familie der Echten Rochen (Rajidae) schlüpfen die Jungtiere noch im Körper der Mutter und werden lebend zur Welt gebracht. Wenn sich Rochen mithilfe ihrer grossen Brustflossen im Wasser bewegen, sieht es fast ein wenig aus, als würden sie fliegen. Badende müssen sich jedoch in Acht nehmen, denn viele Rochen besitzen giftige Stacheln, mit denen sie sich effizient zur Wehr setzen. Wer die Tiere aus sicherer Entfernung beobachten möchte, muss weder einen Tauchkurs absolvieren noch in die Ferne reisen, denn einige Arten gibt es auch in den Schweizer Aquarien zu bestaunen.

1. Kalifornischer Rundstechrochen (Urobatis halleri)

Die von Kalifornien bis Panama an denpazifischen Küsten vorkommende Rundstechrochenart gehört in dem Gebiet zu den häufigsten Rochen. Er ist recht unscheinbar braun gefärbt und maximal 60 Zentimeter lang. Entsprechend gut getarnt führt der Stich des Kalifornischen Rundstechrochens jedes Jahr zu zahlreichten Verletzten. Nebst grossen Schmerzen verursacht das Gift auch Atemlähmungen und kann zu einem Herzstillstand führen. Seinen lateinischen Namen verdankt der Rochen so dem Sohn des Majors Granville O. Haller, der in San Diego von einem solchen Tier gestochen worden war.

Zu sehen in: Basler Zolli


2. Pazifischer Geigenrochen (Pseudobatos productus)

Geigenrochen sind mit ihrer braunenFärbung an die sandigen und schlammigen Buchten des östlichen Pazifiks von San Francisco bis zum Golf von Kalifornien angepasst. Die bis zu 1,7 Meter langen und18 Kilogramm schweren Tiere sind so auch auf ihren langen Wanderungen gut getarnt. Den Tag verbringen sie meistens im Sand eingegraben und damit für das menschliche Auge praktisch unsichtbar, bis sie sich nachts auf Nahrungssuche begeben.Geigenrochen sind mit rekordverdächtigen 200 Zähnen in zwei Zahnreihen ausgestattet, mit denen sie die harten Schalen von Krabben und Muscheln knacken können. Die Art besitzt keinen Giftstachel. In der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen die Tiere als potenziell gefährdet, da die Population seit den 1990er-Jahren um 30 Prozent zurückgegangen ist.

Zu sehen in: Basler Zolli

2. Pazifischer Geigenrochen (Pseudobatos productus)
Der Pazifischer Geigenrochen (Pseudobatos productus) ist bis zu 18 Kilogramm schwer.

3. Blaupunktrochen (Taeniura lymma)

Blaupunktrochen gehören mit ihrennamensgebenden blauen Punkten sicher zu den hübscheren Rochen. Die Farbintensität der Punkte können die bis zu 70 Zentimeter langen Tiere regulieren, je nachdem, ob sie sich tarnen oder vor ihrer Giftigkeit warnen wollen. Wie alle Vertreter der Stechrochen besitzen sie zwei Giftstacheln am Schwanz, sind jedoch dem Menschen gegenüber nicht aggressiv. Liegen sie aber gut getarnt in Strandnähe im sandigen Boden, so kann es selten passieren, dass Badende aus Versehen auf die Tiere drauftreten. Der Stich ist zwar sehr schmerzhaft, jedoch nur fürAllergiker gefährlich. Blaupunktrochen sind typische Bewohner von Korallenriffen im Roten Meer und im indopazifischenOzean von Japan bis Australien. Da sie als Speisefisch und für die Haltung in Aquarien intensiv befischt werden, sind die Populationen rückläufig.

Zu sehen in: Zoo Zürich


4. Süsswasser-Stechrochen (Potamotrygon orbignyi und P. albimaculata)

Die Gattung Potamotrygon besteht aus Süsswasser-Stechrochen, die ausschliesslich in südamerikanischen Flüssen zufinden sind. Viele Arten wurden erst nach 2010 beschrieben, so auch der Itaituba-Süsswasser-Stechrochen (P. albimaculata). Wie sein Verwandter, der Genetzte Süsswasser-Stechrochen (P. orbignyi) besitzt auch er einen Stachel in der Nähe der Schwanzwurzel. Ansonsten ist über die Tiere erstaunlich wenig bekannt, auch wenn sie zu den am häufigsten in Aquarien zu findenden Rochen gehören.

Zu sehen in: Aquatis Lausanne


5. Leopolds-Stechrochen (Potamotrygon leopoldi)

Der Leopolds-Stechrochen ist ein mit knapp 40 Zentimetern Länge kleiner Vertreter der Süsswasser-Stechrochen. Er ist fast vollständig schwarz gefärbt mit auffallend gelb-weissen Punkten. Benannt wurde er zu Ehren von König Leopold III. von Belgien, der bis zu seinem Tod 1983 viele wissenschaftliche Studien finanzierte. Leopolds-Stechrochen findet man nur im Xingu-Fluss in Brasilien, wo sie auf felsigem Untergrund zwischen den hellen Algen trotz des auf-fallenden Musters überraschend gut getarnt sind.

Zu sehen in: Dählhölzli Bern, Aquatis Lausanne, Tropiquarium Servion

5. Leopolds-Stechrochen (Potamotrygon leopoldi)
Leopolds-Stechrochen (Potamotrygon leopoldi) wurde zu Ehren von König Leopold III von Belgien nach ihm benannt.

6. Pfauenaugen-Stechrochen (Potamotrygon motoro)

Der Pfauenaugen-Stechrochen gehört zu den beliebtesten Rochen in Aquarien. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Mit seiner dunklen, ringförmigen Zeichnung auf dem hellen Körper gehört er sicherlich zu den hübschesten Vertretern unter den Knorpelfischen. Aufgrund seines giftigen Stachels ist er in Südamerika gefürchteter alsPiranhas. Ein Stich ist sehr schmerzhaft und kann für Kinder tödlich verlaufen. Trotzdem sind die Tiere nicht aggressiv, wehren sich aber, wenn man auf sie tritt. Pfauenaugen-Stechrochen kommen in den grossen Flüssen Südamerikas wie dem Amazonas vor und werden bis zu 80 Zentimeter lang.

Zu sehen in: Dählhölzli Bern, Walter Zoo Gossau, Papiliorama Kerzers, Aquarium Langenthal, Aquatis Lausanne

6. Pfauenaugen-Stechrochen (Potamotrygon motoro)
Pfauenaugen-Stechrochen (Potamotrygon motoro) sind die beliebtesten Rochen in Aquarien.

7. Schwarzschwanz-Antennenrochen (Plesiotrygon nana)

Auch der Schwarzschwanz-Antennen-rochen lebt ausschliesslich in Süsswasser und ist im westlichen Amazonasbecken zu finden. Die kleinen Rochen besitzen einen Schwanz, der bis zu acht Mal so lang ist wie der Rest des Körpers. Seine Funktion ist noch nicht ganz geklärt, was sicher auch daran liegt, dass die Art erst 2011 zum ersten Mal beschrieben wurde. Entsprechend wenig ist allgemein über die Tiere bekannt.

Zu sehen in: Basler Zolli, Aquatis Lausanne

7. Schwarzschwanz-Antennenrochen(Plesiotrygon nana)
Schwarzschwanz-Antennenrochen(Plesiotrygon nana) sind vor allem im Amazonas Becken zu finden.

Weiterlesen