Wolf
Weibchen aus Zentraleuropa eingewandert
Im April 2025 wurde im Kanton Bern der Kadaver einer illegal getöteten Wölfin aufgefunden. Eine genetische Analyse zeigte, dass es sich dabei um das erste Weibchen aus der zentraleuropäischen Population (Deutschland, Polen) handelt. Bisher sind aus dieser lediglich Männchen eingewandert. Ein Grossteil der Schweizer Wölfe stammt aus der Alpenpopulation, die sich von Italien über Frankreich und die Schweiz bis nach Österreich erstreckt.
Erstmals doppelte Reproduktion
Im Sommer 2025 konnte im Wallis erstmals in der Schweiz eine Reproduktion von zwei Weibchen in
einem Rudel nachgewiesen werden. Nach dem Abschuss des Leitrüden im Januar 2024 paarte sich ein neues Männchen mit dem seit 2019 reproduzierenden Weibchen dieses Rudels sowie mit dessen Tochter und zeugte insgesamt acht Welpen. Normalerweise pflanzt sich nur das dominante Elternpaar fort.
Nahrungsspektrum
2025 publizierte KORA eine Untersuchung zum Nahrungsspektrum von Schweizer Wölfen. Wildtiere machten dabei 88,3 Prozent der Nahrung aus, darunter besonders häufig Rothirsche, Rehe und Gämsen. Nutztiere wie Schafe, Ziegen oder Rinder machten mit 11,7 Prozent einen geringeren Anteil aus und variierten je nach Region und Jahreszeit.
Besenderung
Drei besenderte Wölfe lieferten bisher Daten, die Aufschluss über das Bewegungsmuster und die Lebensraumnutzung von Wölfen in der Kulturlandschaft
geben. Im Oktober 2025 wurde ein weiterer männlicher Wolf besendert. Eine 2024 besenderte Wölfin wurde im Rahmen des Wolfmanagements im November erschossen.
Risse von Rindern
Im Waadtländer Jura häuften sich im Jahr 2023 und 2024 Meldungen von durch Wölfe gerissenen Rindern. KORA ging dem auf die Spur und veröffentlichte 2025 einen entsprechenden Bericht. Insgesamt wurden in der Region 84 – meist junge – Rinder angegriffen, hauptsächlich während der Sömmerungssaison. Auffällig waren die Unsicherheiten in den Datengrund-
lagen, was die Bedeutung einer zu verbessernden Datenerfassung bei Nutztieren aufzeigt.
Auswirkungen der Wolfsregulierung
Welche Auswirkungen haben gezielte Abschüsse auf die Wolfspopulation, die Rudelbildung und die Nutztierrisse? Um diese Fragen zu beantworten, hat KORA im Jahr 2025 ein Forschungsprojekt auf nationaler Ebene gestartet. Aufgrund der zahlreichen Faktoren, die dabei zu beachten sind, wird die Studie einige
Jahre dauern, bis zuverlässige Ergebnisse zu erwarten sind.
Luchs
Internationaler Nachwuchs
Die Luchsin HEIA zog seit 2017 vom Graubünden nach Liechtenstein und ins österreichische Bundesland Vorarlberg. Nicht nur sie selbst ist international unterwegs – auch ihre Söhne zeigten bemerkenswerte Abwanderungen. Das 2019 geborene Männchen zog über den Prättigau erst Richtung Albula und dann weiter in die Surselva. Das Männchen aus dem Jahr 2020 ist nach Österreich ins Ötztal abgewandert, dasjenige von 2022 nun ins Engadin, wo es im Schweizerischen Nationalpark nachgewiesen wurde.
Luchsstudie Mittelland
In den Kantonen Freiburg, Bern und Waadt wurden 2025 drei männliche und drei weibliche Luchse mit einem Sender versehen. Unter ihnen ist die Luchsin Mona, die 2012 als erste im Mittelland für Nachwuchs sorgte. Die besenderten Luchse sollen unter anderem Aufschluss darüber geben, wo die Tiere die Autobahnen und andere verkehrsreiche Strassen überqueren können und wo es zu Verkehrsunfällen kommt.
Inzucht
Durch Überlebensanalysen und genetische Daten konnte KORA zeigen, dass Inzucht einen negativen Effekt auf das Geburtsgewicht und das Überleben von Schweizer Luchsen hat. Die genetische Vielfalt kann in erster Linie dadurch erhöht werden, indem es europäischen Luchsen erleichtert wird, in verschiedene Gebiete abzuwandern.

Wildkatze
Studiengebiet Waadtländer Mittelland
Im Waadtländer Mittelland konnten an 29 von insgesamt 41 Standorten per Fotofallen Wildkatzen nachgewiesen werden. KORA konnte zudem 98 Haarproben sammeln und diese 16 verschiedenen Wildkatzen in der Region zuweisen. Eine Hybridisierung mit Hauskatzen wurde nicht festgestellt. Im Winter 2025/26 wurden in dem Gebiet sieben Wildkatzen besendert, um mehr über ihr Leben zu erfahren.
Einfluss von Hauskatzen
Während eines Vortrags im Projektgebiet Bucheggberg (SO) sensibilisierte KORA über die Wichtigkeit der Kastrationen und Impfungen von Hauskatzen mit Freigang. Eine vorgängige Umfrage zeigte, dass das entsprechende Wissen in der Bevölkerung vorhanden ist. Trotzdem hat der Schweizer Nationalrat am 21. September 2026 eine landesweite Kastrationspflicht für Freigänger-
katzen deutlich abgelehnt. Somit bleibt die Verantwortung bei den Katzenhaltern.
Bär
20 Jahre Rückkehr
Vor 20 Jahren wanderte nach der Ausrottung der erste Bär wieder in der Schweiz ein. 2025 gab es insgesamt 15 genetische Nachweise von Bären in der Schweiz, wobei zeitweise mindestens zwei verschiedene Individuen hierzulande unterwegs waren.

