Fast 400 Hunde geraten in der Schweiz jährlich unter Tollwut-Verdacht. Für die meisten ist das ein Todesurteil. Manche werden in der Schweiz eingeschläfert, andere ins Herkunftsland zurückgeschickt, wo ihnen oft dasselbe droht. Dann gibt es noch die Variante Quarantäne, wofür viele Tierheime spezielle Gehege anbieten. Ein Glücksfall für die Hunde, könnte man meinen. Doch die meisten sind zum Zeitpunkt der Isolation noch Welpen und entwickeln währenddessen oftmals soziales Fehlverhalten.
Der Verein Tollwut-Quarantäne Schweiz plant nun, die erste tierärztlich geführte Quarantänestation zu eröffnen. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Tierschutz STS und Fachpersonen der Vetsuisse-Fakultät Zürich erarbeitete er ein Konzept, wie eine solche Station tiergerecht funktionieren kann. Das Konzept sieht eine professionelle tierärztliche Betreuung, geschultes und gegen Tollwut geimpftes Personal sowie ein umfassendes Hygiene- und Sicherheitskonzept vor. Gleichzeitig sollen die Tiere sozialisiert und altersgerecht gefördert werden, um langfristige Verhaltensschäden zu vermeiden. Die neue Einrichtung könnte vielen Hunden das Leben erleichtern oder sogar retten. Die Quarantänestation ist allerdings so angedacht, dass sie nicht nur bei Tollwutverdacht zum Einsatz kommen könnte, erklärt Projektleiterin Elisabeth Goldinger. «Auch eine grössere Menge beschlagnahmter Tiere könnte aufgenommen werden, wenn noch unklar ist, ob Infektionen im Spiel sind.» Der Bau und Betrieb der im Kanton Thurgau geplanten Station wird vollständig durch den gemeinnützigen Verein getragen und ist auf private Spenden und Partnerschaften angewiesen.

