Barben und die mit ihnen eng verwandten Bärblinge sind lebhafte, farbenfrohe Fische. Gegen 100 kleine Arten werden regelmässig in Zoofachgeschäften angeboten, einige davon schon seit über 100 Jahren. Dass sie zu Klassikern der Aquaristik wurden, hat damit zu tun, dass die Schwarmfische meist einfach zu pflegen sind. Werden sie lediglich gehalten und nicht gezüchtet, kommen sie in Leitungswasser gut zurecht und können fünf bis zehn Jahre alt werden, manche sogar mehr. Die heute im Zoofachhandel angebotenen Barben stammen meist aus kommerziellen Zuchten aus Osteuropa, Israel oder Südostasien. Sie werden aber auch von privaten Aquarianern vermehrt.
Barben schnappen gierig nach kommerziellen Futterflocken aus dem Zoofachhandel. Etwa dreimal wöchentlich sollten sie auch Frostfutter erhalten. Dabei handelt es sich um tiefgefrorene Mückenlarven, Tubifex, Cyclops oder Daphnien. Manche Arten zupfen auch gerne nach aufgetauten Spinatblättern und decken so ihren Bedarf an pflanzlichem Futter.
Barben sind Schwarmfische, sollten also ab einer Mindestanzahl von zehn Exemplaren gepflegt werden. Sie sind nicht territorial, sondern unterhalten Beziehungen innerhalb des Schwarms. Freier Schwimmraum und Wasserpflanzendickichte sind für tropische Barben wichtig. Sie schwimmen nicht nur gerne im Schwarm, sondern verstecken sich auch in den Wasserpflanzen. Moorkienholzwurzeln und ins Kies eingelegte Schieferplatten schaffen zusätzliche Blickpunkte im Barbenbecken. Es sollte für die kleinen Arten einen Inhalt von etwa 120 Liter oder mehr aufweisen. Die Wassertemperatur sollte für die meisten Arten zwischen ungefähr 24 bis 25 Grad pendeln. Beim obligatorischen Wasserwechsel kann das Frischwasser etwa 19 bis 20 Grad betragen. Das simuliert einen Regenfall. Es ist förderlich für das Wohlbefinden der Fische, wenn die Temperatur nicht immer gleich liegt, denn sie variiert auch in Naturgewässern. Nach einem Wasserwechsel steigt die Temperatur dank der Aquarienheizung wieder langsam an. Erlenzäpfchen, die mit heissem Wasser übergossen werden, sorgen für huminstoffreiches Schwarzwasser im Becken. Dies mögen tropische Barbenarten. Sie stammen meist aus Schwarzwasserflüssen und Stehgewässern Asiens. Auch in Afrika kommen Barben vor, doch sie sind in der Aquaristik weniger verbreitet. Eine afrikanische Art, die immer mal wieder im Handel angeboten wird, ist beispielsweise die Angolabarbe.
Einer der bekanntesten Aquarienpfleglinge ist die Sumatrabarbe. Die indonesischen Fische mit exakt abgegrenzten gelbschwarzen Farben faszinieren. Sie huschen zwischen den Wasserpflanzen hindurch, flitzen der Scheibe entlang, tragen kleine Scharmützel untereinander aus, ja, sie sind immer in Bewegung. Sumatrabarben wurden erstmals in den 1930er Jahren aus Südostasien nach Europa importiert und bald auch erfolgreich nachgezüchtet. Kaum eine Zoohandlung, die sie nicht anbietet, oft zusammen mit der Moosgrünen Barbe, einer Zuchtform. Weniger als zehn Sumatrabarben sollten nie zusammen gepflegt werden, besser ist ein Schwarm von 20 Fischen. Je mehr es sind, desto ruhiger verhalten sie sich. Sumatrabarben sollten nicht mit langflossigen Fischen wie Skalaren, Fadenfischen oder Guppys vergesellschaftet werden, da sie die Tendenz haben, an deren Schwanzflossen zu zupfen.

Barben in Gemeinschaft von Labyrinthfischen
Wer ein Gemeinschaftsaquarium mit Fadenfischen pflegt und die optischen Reize der Sumatrabarbe schätzt, sollte sich für die Fünfgürtelbarbe entscheiden. Sie ist ebenfalls gelb-schwarz gefärbt, kleiner, hat aber ein ruhiges Temperament. Auch sie sollte im Schwarm ab mindestens zehn Fischen in einem gut bepflanzten Aquarium gepflegt werden. Diese südostasiatische Barbe schwimmt gerne in den unteren Wasserschichten und sucht auch am Boden nach Nahrung. Während Sumatrabarben Wassertemperaturen zwischen 20 und 25 Grad schätzen, gedeihen Fünfgürtelbarben ab 25 bis 28 Grad, ideal also für die Kombination mit den ebenfalls asiatischen Labyrinthfischen, zu welchen Fadenfische gehören. Auch Keilfleckbarben sind geeignete, ruhige Fische in einem asiatischen Gesellschaftsaquarium mit Fadenfischen. Die wunderschönen Barben sind schon seit mehr als 120 Jahren in der Aquaristik bekannt.
Prachtbarben sind lebhafter, aber ebenfalls absolut friedlich. Auch sie gehören zum Standardsortiment von Zoohandlungen. Eine hübsche Zuchtform weist verlängerte Schwanzflossen auf. Die Männchen verfärben sich mit dem Alter wunderbar rot. Prachtbarben stammen aus eher kühlerem Wasser aus Afghanistan, Pakistan und Indien. Temperaturen von 18 bis 25 Grad sind für sie ideal. Gleiche Ansprüche an die Wassertemperatur hat die indische Denison- oder Rotstrichbarbe, eine wundervolle Art, die schon 1865 wissenschaftlich beschrieben wurde, jedoch erst gegen das Jahr 2000 in den Zierfischhandel gelangte. Diese Barbe kann 15 Zentimeter lang werden und benötigt deshalb ein Aquarium ab 300 Liter Inhalt. Eingewöhnte Fische werden über zehn Jahre alt, sind aber stressanfällig. Werden sie im Alter herausgefangen und zwischengehältert, weil beispielsweise das Aquarium während eines Tages neu gestaltet wird, kann es sein, dass sie wegen der Aufregung versterben.

Ebenfalls kühle Wassertemperaturen bevorzugt der Zebrabärbling, ein beliebter Aquarien- und Laborfisch. Auch diese Art ist gesellig und friedlich. Das trifft auf die meisten Barben zu, die in der Aquaristik gepflegt werden. Ein Schwarm einer Barbenart ist eine wahre Freudenquelle im Aquarium.

