Die ideale Katzenwohnung ist nicht 1:1 kopierbar, sondern auf die Bedürfnisse der darin hausenden Katzen abgestimmt. Deshalb gilt es, ihr Verhalten gut zu beobachten: Nehmen sie an Gewicht zu oder zeigen eine sogenannte «Zerstörungswut», kann das ein Anzeichen von Langeweile und Unterforderung sein. Wenn die Katze ihr Geschäft nicht im Katzenklo verrichtet, ist in der Regel ebenfalls etwas nicht in Ordnung.
Die Grösse der Wohnung ist übrigens sekundär. Viel wichtiger ist, dass sie abwechslungsreich eingerichtet ist, Liegeplätze unterschiedlicher Art bietet, sowie ausreichend Möglichkeiten, sich auszupowern.

Der Kletterbaum
Katzen lieben erhöhte Liegeplätze. Als eher kleine Raub- und Beutetiere verschafft ihnen das einen guten Überblick der Umgebung. Noch besser ist, wenn die Katzen von diesen Plätzen aus durchs Fenster sehen, wo es immer wieder etwas zu beobachten gibt.
Die Treppchen sind einmal mehr eine altersgerechte Aufstiegshilfe, sodass auch Senior Niki noch zu seinen Lieblingsplätzen gelangt.

Aufstieghilfe und sicherer Ort
Diese Versteckmöglichkeit gibt Sicherheit bei Gewitter, Sturm und Feuerwerk, oder wenn eine Katze aus einem anderen Grund ängstlich ist.
Die Treppe dient dem angeschlagenen Senior als Aufstiegshilfe, wenn er ins Bett möchte.
Laut Brigitte Richner liegt ihr Kater Niki lieber auf dem Teppich als direkt auf dem Fell.

Durchs Spiel zum Futter
Neben regelmässigen Mahlzeiten ist es empfehlenswert, Wohnungskatzen Trockenfutter zur Verfügung zu stellen, welches sie sich selbst erarbeiten können. Futterspielzeuge können fertig gekauft oder auch mit etwas Kreativität selbst gebastelt werden.

Häufige Hürde im Alter
Ideal für Katzen ist, wenn ihnen mehr als ein Klo zur Verfügung steht, weil sie Urin und Kot instinktiv nicht am selben Ort hinterlassen. Die Katzenklos sollten dabei möglichst weit voneinander entfernt stehen.
Das Katzenklo sollte gross genug sein, damit sich die Katze darin drehen und wenden kann. Gerade für Senioren ist es besonders wichtig, dass sie Bewegungsfreiheit für ihren Schwanz haben, um die Balance zu wahren.
Die geringe Menge an Streu in diesem Katzenklo ermöglicht Katzen bessere Stabilität.
Haben ältere Katzen Balance-Probleme im Katzenklo, nutzen sie es oft nicht mehr.


Trinkbrunnen
Plätscherndes Wasser ist für Katzen spannender und animiert eher zum Trinken als stehendes Wasser. Katzen neigen dazu, eher zu wenig zu trinken, weil ihre natürliche Ernährung – Beutetiere – ausreichend Flüssigkeit enthält. Bei einer modernen Fütterung mit Nass- und Trockenfutter ist dies nicht der Fall, weshalb eine gezielte Animierung sinnvoll ist.

Abwechslung am Stuhlbein
Hilft, wenn es irgendwo beisst: Eine einfache Massnahme, ein weiteres spannendes Element in den Katzen-Haushalt zu integrieren.

Geeignete Kratzstellen
Auffällige Ecken wie hier zwischen Eingang und dem Herzstück der Wohnung sind für Katzen strategisch wichtige Orte und dienen als eine Art Anschlagbrett. Die Vierbeiner hinterlassen hier gerne Botschaften in Form von Geruchs- und Sichtmarken. Denn auch beim Kratzen setzen sie Pheromone an ihren Pfoten frei und teilen so mit, wie es ihnen gerade geht.

Gesicherter Balkon
Dieses Netz könnte dank der Abschrägung bei Bedarf bis unter den Dachvorsprung verlängert werden. Da Senior Niki jedoch kaum noch klettert, sind sogar die Steighilfen durch das hinzugestellte Holz keine Gefahr.
Die Höhe und Maschenlänge des Netzes sollte auf die Katze abgestimmt sein: Sportlichere Katzen können manche Netze hochklettern. Wenn eine Katze frisch aus dem Tierschutz kommt und vielleicht panische Fluchtgedanken hat, setzt sie ungeahnte Kräfte frei und findet auch kleinste Schlupflöcher.

Ein Stockwerk dazugewonnen
Über den Wandschrank über das Katzentreppchen auf den Estrich: So kann eine Katzenwohnung um ein weiteres Stockwerk erweitert werden, ohne umzuziehen.
Niki war zwar schon früher kein grosser Sportler und Abenteurer, aber Brigitte Richners frühere Katze liebte es, hier hinauf- und hinunterzuklettern und das zusätzliche Revier zu erforschen.
Zur Person
Brigitte Richner ist ausgebildete Katzenpsychologin. Als solche unterstützt sie Halterinnen und Halter dabei, problematische Verhaltensweisen wie Unsauberkeit, nächtliche Überaktivität oder Ängstlichkeit zu verstehen und Lösungswege zu entwickeln.

