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Eine Einführung in die Nano-Aquaristik

Ästhetisch reizvolle Unterwasserwelten lassen sich auf kleinstem Raum verwirklichen. Die platzsparenden Nano-Aquarien bieten eine Heimat für Pflanzen, aber auch für interessante Wirbellose. So schön die Minibecken jedoch sind, ihre Pflege birgt Tücken.

Wissenschaftliche Studien bestätigen, was schon lange vermutet wird: Der Blick in eine künstlich geschaffene Wasserwelt beruhigt das Gemüt und sorgt für Entspannung. Dabei spielt die Grösse des Aquariums kaum eine Rolle. Mit Nano-Aquarien lassen sich auch die winzigsten Wasserbecken in die Stube bringen. Die kleinste Form des Aquariums ist ein Gefäss, das unter 54 Liter Fassungsvermögen hat. 2008 erlebte die Nano-Aquaristik einen starken Aufschwung, denn immer mehr Leute interessierten sich für die Haltung von kleinen Tieren, insbesondere von Garnelen. An Attraktivität haben die Miniaturbecken bis heute nichts eingebüsst und ihre Vorteile liegen auf der Hand. Sie nehmen nicht viel Platz weg und verbrauchen weniger Strom und Wasser als ein grosses Becken. Kleine Tierarten lassen sich in der Unterwasserwelt besonders gut in Szene setzen, während sie in einem grossen Becken untergehen würden.

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Die Vergesellschaftung von Garnelen und Schnecken funktioniert im Nano-Aquarium sehr gut.

Der grosse Nachteil an den Miniaturbecken ist, dass Fehler in der Pflege schnell tödliche Auswirkungen auf die Bewohner haben können. Ein kleines Ökosystem ist anfälliger für Störungen als ein grosses, da es Schwankungen schlechter abwehren kann. Wird zum Beispiel zu viel Futter gereicht und fallen Überreste auf den Boden, wo sie sich zersetzen, können sich die Werte des Wassers schnell verschlechtern oder einen übermässigen Algenwuchs fördern.

Geduld ist gefragt

Auch wenn ein Nano-Becken etwas anfälliger für Fehler ist als ein grosses Aquarium, können sich Einsteiger trotzdem an die Nano-Aquaristik wagen, wenn sie genug Geduld und Interesse für das Thema mitbringen. Geduld ist insbesondere bei der Einlaufzeit von mindestens drei Wochen gefragt. Ein Aquarium muss, bevor man Tiere hineinsetzt, erst einmal ohne Tierbesatz laufen, damit sich wichtige Bakterien vermehren und stabile Wasserwerte aufgebaut werden können.

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Nanobecken machen sich auch als reine Pflanzenaquarien gut.

Der perfekte Standort des Aquariums sollte sich nicht in der direkten Sonneneinstrahlung befinden und auch nicht zu nahe an einem Heizkörper. Je kleiner das Becken ist, umso schneller heizt es sich auf. Ein kleiner Filter und ein wöchentlicher Teilwasserwechsel sorgen für sauberes Wasser. Je nach Temperaturanspruch der gehaltenen Tierart bedarf es zudem einer Aquariumheizung, damit sich die Bewohner wohlfühlen.

Bodengrund darf in keinem Aquarium fehlen, denn er bietet eine wichtige Fläche für das Ansiedeln von relevanten Bakterien und dient als Wurzelsubstrat für Pflanzen. Echtpflanzen sind nicht nur hübsch, sondern produzieren Sauerstoff und spielen eine wichtige Rolle im Reinigungskreislauf. Im Handel sind Aquarien-Komplettsets erhältlich, die insbesondere Anfängern den Einstieg erleichtern.

Eine Heimat für Wirbellose

Tierarten, die in einem kleinen Wasserbecken gedeihen, sind schon allein wegen der geringen Grösse des Unterwasserlebensraumes beschränkt. In einem Gefäss unter 20 Litern fühlt sich kaum ein Lebewesen wohl. Fische gehören grundsätzlich nicht in ein Nano-Aquarium und werden von den meisten Zoofachgeschäften auch nicht mehr in Aquarien unter 54 Liter verkauft. Dafür können zahlreiche Wirbellose die Unterwasserwelt bereichern. Süsswassergarnelen, Schnecken oder auch Zwergflusskrebse sind in wunderschönen Farben und Formen erhältlich und äusserst interessant zu beobachten. Wer es aufwendiger mag und Erfahrung in der Meerwasseraquaristik hat, der kann auch ein Nano-Meerwasseraquarium einrichten und pflegen. Als Besatz eignen sich hierfür Korallen, Salzwassergarnelen und kleine Wirbellose.

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Schnecken wie die hübsche Zebrarennschnecke sind schöne Hingucker im kleinen Becken.

Möglich ist natürlich auch ein Aquarium ganz ohne Tiere. Dies gilt speziell für die kleinsten Becken, die weniger als 20 Liter fassen. Pflanzen, die sich gut für ein Nano-Aquarium eignen, sind klein bleibende oder bodendeckende Gewächse wie Moose, Perlkraut oder Javafarn. Sie eignen sich, um wunderschöne Landschaften im Miniaturformat zu kreieren.

Bewohner im Nano-Aquarium

Zwerggarnelen

Von den kleinen Gesellen gibt es verschiedene Arten in den verschiedensten Farbformen. Besonders gut eignet sich die Art Neocaridina davidi, eine Süsswassergarnele, die als robuste Garnele gilt. In stark bepflanzten Becken finden die bis zu drei Zentimeter gross werdenden Tiere genügend Versteckmöglichkeiten. Garnelen sind soziale Tiere und fühlen sich in einer Gruppe ab 10 Tieren wohl. Ein Aquarium sollte für genügend Bewegungsfreiheit mindestens 20 Liter fassen.

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Zwerggarnelen gibt es in verschiedenen Farben, so wie in diesem leuchtenden Blau.

Süsswasserschnecken

Schnecken erfüllen wichtige Funktionen im Aquarium, denn sie verputzen übriggebliebene Futterreste und Algen. Zudem sind sie hübsche Pfleglinge und die meisten Arten lassen sich gut mit Garnelen vergesellschaften. Rennschnecken, Raubturmdeckelschnecken oder auch Geweihschnecken sind mit ihren Häuschen ein echter Hingucker. Jede Schneckenart hat ihre artspezifischen Ansprüche an die Wasserwerte.

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Raubturmdeckelschnecken ist ein Fleischfresser, das Zusammenhalten mit Zwerggarnelen funktioniert jedoch problemlos.

Zwergflusskrebse

Die grösseren Verwandten der Garnelen sind zurückhaltende Aquarienbewohner. Die wohl beliebteste Art, die auch für Einsteiger geeignet ist, ist der orangefarbene Zwergflusskrebs Cambarellus patzcuarensis «orange», kurz CPO. Weibliche Tiere werden bis zu fünf Zentimeter gross, die Männchen bleiben etwas kleiner. Da die Männchen untereinander aggressiv sein können, sollte in einem Becken von 30 Litern nicht mehr als ein Pärchen gehalten werden.

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