Mulchen im Herbst: So schützt Herbstlaub den Gartenboden

Eine fünf bis sieben Zentimeter dicke Laubschicht schützt passende Beete, doch um Stämme müssen acht bis zehn Zentimeter frei bleiben, um Fäulnis vorzubeugen.

Wenn die Blätter fallen, liefert der Garten seinen Winterschutz gleich mit. Laub und anderes organisches Material schützen den Boden und bieten Kleintieren Unterschlupf. Ob im Herbst oder im Frühling gemulcht wird, entscheidet vor allem der Standort.

Unter Sträuchern raschelt das Laub, zwischen den Stauden stehen trockene Stängel. Die Versuchung ist gross, vor dem Winter noch einmal gründlich aufzuräumen. Doch ein Garten, in dem jedes Blatt verschwindet, verliert wertvolle Rückzugsräume. In der Laubschicht finden zahlreiche Kleintiere Schutz. Die Blätter können deshalb unter Hecken und Gehölzen bleiben oder gezielt auf geeignete Beete gebracht werden. Dort leisten sie auch als Bodenabdeckung gute Dienste. Beim Mulchen erhält die Erde eine schützende Schicht, beispielsweise aus Laub, Rinde oder Kompost. Diese verringert die Verdunstung, hemmt das Aufkommen vieler unerwünschter Pflanzen und mildert extreme Temperaturen im Wurzelbereich. Organisches Material wird nach und nach zersetzt und trägt dabei zur Verbesserung der Bodenstruktur bei.

Eine Hand verteilt Rindenmulch auf dem Gartenboden.
Rindenmulch schützt den Boden und hält Feuchtigkeit zurück. Beim Verteilen genügend Abstand zu Stämmen und Pflanzenbasis lassen. (Bild: Shutterstock / Peter Kniez)

Der Boden gibt den Zeitpunkt vor

Herbst oder Frühling? Beide Jahreszeiten eignen sich zum Mulchen. Im Herbst lässt sich die Abdeckung aufbringen, wenn sich die Pflanzen zurückziehen. Auch rund um frisch gesetzte Gehölze kann sie sinnvoll sein. Voraussetzung ist ein feuchter, aber nicht stark vernässter und nicht gefrorener Boden. Steht Wasser im Beet oder ist die Erde matschig, wird die Arbeit verschoben. Eine starre Regel für Schweizer Gärten wäre wenig hilfreich. Statt allein auf den Kalender zu schauen, lohnt sich der Blick auf das einzelne Beet. Auch die Bepflanzung zählt: Bodendeckende mediterrane Kräuter wie Thymian können unter einer feuchten organischen Decke leiden und werden besser ausgespart.

Laub ist kein Abfall

Ganze Blätter sind keineswegs grundsätzlich ungeeignet. Unter Hecken und Sträuchern bilden sie eine natürliche Bodenauflage, die zugleich Lebensraum schafft. Auch auf passenden Staudenbeeten lässt sich Herbstlaub nutzen. Es muss deshalb nicht jedes Blatt zerkleinert werden. Ein ungestörter Laubhaufen in einer ruhigen Gartenecke bietet zusätzliche Verstecke. Wichtig ist allerdings, kleine Pflanzen nicht unter einer dichten Lage zu begraben. Die Abdeckung gehört auf den Boden zwischen den Pflanzen; niedrige Stauden und ihre Austriebe bleiben frei. Rinde und Holzhäcksel eignen sich besonders als länger haltbare Abdeckung rund um etablierte Gehölze. Bei Neupflanzungen sollten frische Holzhäcksel zunächst einige Monate ablagern. Das Material bleibt auf der Oberfläche: Wird Holz in die Erde eingearbeitet, kann beim Abbau vorübergehend Stickstoff gebunden werden, der den Pflanzen dann fehlt.

Abstand statt Mulchberg

Wie dick die Schicht sein sollte, hängt vom Material ab. Für viele organische Mulchmaterialien gelten etwa fünf bis sieben Zentimeter als Orientierung. Grobe Holzhäcksel können dicker liegen, weil sie weniger leicht zusammensacken. Eine möglichst hohe Schicht ist deshalb ebenso wenig das Ziel wie eine hauchdünne, lückenhafte Abdeckung. Rund um Baumstämme und verholzte Strauchtriebe bleibt ein Abstand von etwa acht bis zehn Zentimetern frei. Direkt angehäuftes Material hält die Basis feucht und kann Fäulnis und Krankheiten begünstigen. Im Frühling wird die vorhandene Abdeckung geprüft und dort ergänzt, wo sie bereits weitgehend verrottet ist

Ein Garten darf Winterspuren tragen

Zur Herbstpflege gehört auch die Entscheidung, etwas stehen zu lassen. Gesunde Samenstände liefern Vögeln Nahrung, trockene Staudenstängel bieten Insekten Winterquartiere. Laub und Reisig schaffen weitere Rückzugsräume. Ein Garten muss deshalb vor dem Winter nicht blank geputzt werden. BirdLife Schweiz betont den Wert solcher kleinen Strukturen: Ungepflegte Ecken, Asthaufen und andere Verstecke schaffen wichtige Nischen für Tiere. Wer im Herbst einige ruhige Bereiche belässt, pflegt damit mehr als seine Pflanzen – er erhält Lebensraum.

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