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Schönheiten der Nacht

Die Schönheiten der Nacht liefern wert-volle Nährstoffe und haben eine heilende Wirkung. Nachtkerzen sind robust und winterhart. Ihre schmackhaften Wurzeln lassen sich in den Winter-monaten ernten.

Die Gemeine oder Gewöhnliche Nachtkerze findet ihren Ursprung in Nordamerika, wurde jedoch bereits im17. Jahrhundert als Zierpflanze nach Europa gebracht. Wohl aus diesem Grund ist vielen Menschen nicht bekannt, dass die Nachtkerze eigentlich ein Neophyt ist. Sie gilt jedoch nicht als schadenstiftend und konnte sich unauffällig in die schweizerische Pflanzenwelt integrieren. Ihre Blüten bieten Nektar für heimische Insekten.

Ihren Namen verdankt die Pflanze der Tatsache, dass sie ihre wohlriechenden, knallig gelben Blüten zwischen Juni und September erst bei einkehrender Dunkelheit öffnet, um nachtaktive Bestäuber wie Nachtfalter und Schwärmer anzulocken. Die Blütenöffnung geschieht oft innerhalb weniger Minuten und ist unter anderem eine der schnellsten Bewegungen, die im Pflanzenreich bekannt sind. Spätestens am nächsten Mittag ist das Spektakel vorbei, die Blüte ist verwelkt.

Nahrungs- und Heilmittel

Das Gerücht, die Gemeine Nachtkerze sei giftig, hält sich hartnäckig. Tatsächlich aber finden Nachtkerzen als Nahrungs- sowie Heilmittel eine vielfältige Verwendung. Schon zu Goethes Zeiten war die Pflanze ein geschätztes Wintergemüse. Die Blüten der Pflanze sind eine essbare und schöne Dekoration auf Salaten oder gekochten Mahlzeiten, ihre Knospen können beispielsweise zu falschen Kapern eingelegt werden. Blätter lassen sich vor der Blüte sammeln und gedünstet als Gemüse verzehren. Auch die Wurzel ist roh und gekocht essbar und erinnert geschmacklich an Schwarzwurzel. Die nussig schmeckenden Samen, die im Herbst geerntet werden, eignen sich, um sie über Müesli oder Ähnliches zu streuen. Aber Achtung: Nicht alle Nachtkerzenarten eignen sich zum Verzehr, weshalb man sich beim Sammeln sicher sein sollte, dass es sich um die Gemeine Nachtkerze handelt.

Besser bekannt als ihre Verwendung in der Küche ist die heilende Wirkung der zweijährigen Pflanze. Insbesondere das aus den Samen gewonnene Nachtkerzenöl ist vielen Menschen ein Begriff. Die in den Samen enthaltene Gamma-Linolensäure wirkt entzündungshemmend und stärkt die Hautbarriere. Deshalb wird sie vor allem äusserlich, aber auch oral bei Hautirritationen und -entzündungen, Akne und trockener Haut angewendet und kann bei Neurodermitis symptomlindernd wirken. Bei der Anwendung braucht es jedoch Geduld. Die positive Wirkung des Öls stellt sich in der Regel erst nach einigen Wochen ein.

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