Rasseportrait
Epagneul Breton: Der kleine Jagdprofi
Kompakt, flink und voller Energie: Der Epagneul Breton ist der kleinste der von der FCI anerkannten Vorstehhunde. Hinter dem freundlichen Gesicht steckt ein passionierter Jagdhund mit feiner Nase und grosser Ausdauer.
Steckbrief
Grösse: 47–51 cm
Gewicht: etwa 14–18 kg
Lebenserwartung: etwa 12–14 Jahre
Felllänge: kurz bis mittellang
Fellfarbe: Orange-Weiss, Schwarz-Weiss, Braun-Weiss oder dreifarbig
Geeignet als: Jagd-, Familien- und Begleithund
Sportarten: Apportieren, Mantrailing, Fährtenarbeit, Dummyarbeit, Agility
Auslaufbedürfnis: hoch
Sabber-Potential: gering
Stärke des Haarens: mittel
Zusammenleben mit anderen Haustieren: bedingt geeignet
Herkunft & Geschichte
Der Epagneul Breton stammt aus der Bretagne im Nordwesten Frankreichs. Dort wurden kleine, robuste Jagdhunde für die Arbeit auf Federwild eingesetzt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Rasse durch gezielte Zucht und verschiedene Einkreuzungen weiterentwickelt. Der Breton wurde vor allem wegen seiner jagdlichen Leistungen gezüchtet. Seine kompakte Grösse, Ausdauer und Vielseitigkeit machten ihn zu einem praktischen Begleiter für die Jagd in unterschiedlichem Gelände. Bis heute wird er in Frankreich und anderen Ländern als leistungsfähiger Vorstehhund eingesetzt.
Persönlichkeit, Charaktereigenschaften und Temperament
Der Epagneul Breton ist temperamentvoll, aufmerksam und sehr arbeitsfreudig. Seine feine Nase und sein ausgeprägter Jagdtrieb sind ihm in die Wiege gelegt. Gleichzeitig gilt er als menschenbezogen, freundlich und lernfreudig. Seine Sensibilität sollte man nicht unterschätzen. Der Breton reagiert stark auf die Stimmung seines Menschen und arbeitet besonders gut, wenn Vertrauen und Zusammenarbeit stimmen. Harte Erziehung ist bei diesem feinfühligen Hund fehl am Platz.
Erziehung und Haltung
Der Epagneul Breton lernt schnell und arbeitet gerne mit seinem Menschen zusammen. Seine Erziehung sollte deshalb früh beginnen und konsequent, aber freundlich erfolgen. Besonders wichtig ist, seinen Jagdtrieb von Anfang an in kontrollierte Bahnen zu lenken. Wer keinen Jagdschein hat, kann die Anlagen des Breton trotzdem sinnvoll nutzen. Nasenarbeit, Apportierübungen oder andere Aufgaben, bei denen der Hund seine Nase und seinen Kopf einsetzen darf, kommen ihm entgegen.
Aktivitäten
Der Epagneul Breton ist ein ausgesprochen ausdauernder Läufer. Lange Spaziergänge reichen ihm auf Dauer nicht unbedingt aus. Er möchte nicht nur rennen, sondern etwas tun – am liebsten gemeinsam mit seinem Menschen. Seine hervorragende Nase macht ihn zum idealen Kandidaten für Such- und Fährtenarbeit. Auch Apportieraufgaben und verschiedene Hundesportarten können eine sinnvolle Beschäftigung sein. Wer mit seinem Breton jagdlich arbeitet, kann seine ursprünglichen Fähigkeiten besonders umfassend nutzen.
Besonderheiten
Trotz seiner vergleichsweise kleinen Körpergrösse ist der Epagneul Breton ein vollwertiger Vorstehhund. Er ist kompakt und kräftig gebaut, ohne schwer zu wirken. Typisch sind die lebhaften, intelligenten Augen und die beweglichen, hoch angesetzten Hängeohren. Eine weitere Besonderheit ist die Rute: Manche Bretonen kommen mit einer von Natur aus sehr kurzen Rute oder sogar ohne Rute zur Welt. Das Merkmal gehört seit den Anfängen der Rasse zu ihrem Erscheinungsbild.
Pflege
Das relativ kurze, teilweise leicht gewellte Fell ist unkompliziert. Regelmässiges Bürsten reicht in der Regel aus, um lose Haare und Schmutz zu entfernen. Etwas mehr Aufmerksamkeit verdienen die befederten Bereiche an Ohren und Läufen.
Gesundheit
Der Epagneul Breton gilt als robuster Arbeitshund. Wie bei anderen Rassen können jedoch auch bei ihm gesundheitliche Probleme auftreten. Dazu gehört insbesondere die Hüftgelenksdysplasie. Der französische Rasseclub führt deshalb ein offizielles Verfahren zur Untersuchung und Bewertung der Hüften und setzt bei verschiedenen Zucht- und Championatstiteln entsprechende Gesundheitsanforderungen.
Pro & Contra
Vorteile:
- Intelligent
- Sehr lernfreudig
- Menschenbezogen
- Ausdauernd
- Vielseitig
- Pflegeleichtes Fell
Nachteile:
- Sehr hoher Bewegungsbedarf
- Ausgeprägter Jagdtrieb
- Kann bei Unterforderung unruhig werden
- Sensibel gegenüber harter Erziehung
- Nicht für einen gemütlichen Alltag geeignet
Ideale Besitzer
Der Epagneul Breton passt zu aktiven Menschen, die Freude daran haben, gemeinsam mit ihrem Hund etwas zu unternehmen. Besonders gut eignet er sich für Jäger, die einen kleinen, vielseitigen und ausdauernden Vorstehhund suchen. Aber auch sportliche Hundehalter können seine Energie und seine feine Nase sinnvoll beschäftigen.
Fun Facts
Der Epagneul Breton ist nicht nur der kleinste von der FCI anerkannte Vorstehhund. Er gehört auch zu den wenigen Hunderassen, bei denen eine von Natur aus sehr kurze oder fehlende Rute typisch sein kann. Der erste Rassestandard von 1908 bezog sich sogar ausdrücklich auf den «Epagneul Breton à courte queue naturelle» – den Breton mit natürlicher kurzer Rute.
Bitte loggen Sie sich ein, um die Kommentarfunktion zu nutzen.
Falls Sie noch kein Agrarmedien-Login besitzen:
Jetzt registrieren