Ein Kratzen ist aus dem Wohnzimmer zu hören und es ist klar, wer dafür verantwortlich ist. «Leo, aus!» Leo ist zwar kein Hund, aber ein schlauer Kater. Er vernimmt den Unmut und miaut, als würde er seine Unschuld beteuern wollen. Doch die Kratzspuren und ausgefransten Fasern zeigen einen eindeutigen Tatbestand. Was bei uns Menschen als Vandalismus gelten würde, ist für die Katze unverzichtbar – Zerstörungswut steckt dabei keineswegs dahinter. Das Kratzen dient der Krallenpflege. Indem die Katze dabei die äusseren, abgenutzten Hornschichten ablöst, hält sie ihre ausfahrbaren Krallen scharf. Gleichzeitig dient das Kratzen der Kommunikation: Über sichtbare Kratzspuren und Duftstoffe aus Drüsen an den Pfoten markiert die Katze ihre Umgebung und signalisiert damit: Das hier gehört zu meinem Revier. Der Veterinär und Fachmann für Tierverhalten Gary M. Landsberg beschrieb bereits 1991, dass das Kratzen auch dem natürlichen Dehnverhalten dient: Dabei streckt die Katze ihre Vordergliedmassen…

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