Erster Entwurf für Klima-Abkommen geschafft

Die erste Etappe ist geschafft: Bei der UNO-Klimakonferenz in Paris haben sich die Unterhändler von fast 200 Staaten auf einen ersten Entwurf für ein Abkommen geeinigt. Ab Montag übernehmen nun die Minister.

«Dieser Text unterstreicht den Willen aller Beteiligten, zu einer Verständigung zu kommen», sagte die französische Chefunterhändlerin Laurence Tubiana am Wochenende in Le Bourget bei Paris, wo die Konferenz stattfindet. Allerdings bleiben noch Hunderte Punkte offen, in denen die zuständigen Minister in der kommenden Woche Einvernehmen herstellen müssen.

Auch wenn die Verabschiedung eines ersten Entwurfs für das Abkommen nur einen Zwischenerfolg darstellt, ist die Pariser Konferenz schon weiter gekommen als ihre Vorgängerin im Jahr 2009 in Kopenhagen. Dort hatte man sich nicht einmal auf ein solches Basispapier verständigen können.

Ziel der UNO-Konferenz ist eine Einigung auf verbindliche Ziele für die Minderung des Schadstoffausstosses. Übereinstimmenden Aussagen zufolge liegen die bislang zugesagten Kürzungen aber noch weit davon entfernt, um die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf maximal zwei Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit zu beschränken.

«Noch viel Arbeit»
Auch Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius betonte, dass noch viel Arbeit vor einer Einigung bis zum Konferenzende am 11. Dezember vor den Beteiligten liege. «Wir reden nicht nur über die Umwelt und das Klima. Es geht um das Leben», sagte Fabius zu Delegierten. Deshalb müsse die Konferenz erfolgreich sein.

EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete räumte ein, dass «alle politisch schwierigen» Fragen noch ungeklärt seien. Der chinesische Unterhändler Su Wei sagte, in der ersten Verhandlungswoche seien «alle Zutaten und Gewürze» für ein Rezept zusammengetragen worden. In der zweiten Woche folge nun «der Gang in die Küche».

In dem verabschiedeten Papier sind 939 gekennzeichnete Textstellen enthalten, in denen es Klärungsbedarf gibt. Strittig ist beispielsweise, bis wann und in welchem Ausmass die Nutzung fossiler Brennstoffe, vor allem Kohle, vermindert wird.

Auch die Ausstattung eines Finanztopfs, der die schädlichen Folgen des Klimawandels für Entwicklungsländer in Grenzen halten soll, ist noch nicht geklärt. Ein Finanzexperte sprach von mittlerweile 94 Milliarden Dollar, während ein Vertreter der Hilfsorganisation Oxfam die Summe eher bei 82 Milliarden Dollar sah.

2 Grad oder 1,5 Grad?
Eine gewisse Bewegung zeichnete sich bei der Zielmarke ab, auf die die Erderwärmung langfristig begrenzt werden soll. Bislang sind maximal 2 Grad vereinbart, die vom Klimawandel existenziell bedrohten kleinen Inselstaaten pochen aber auf höchstens 1,5 Grad. Diese Option liegt weiter auf dem Tisch, Deutschland und die USA wollen sie zumindest in irgendeiner Form im Text zu erwähnen. Widerstand kommt laut Beobachtern vor allem vom Erdöl-Land Saudi-Arabien.

Neben vorsichtiger Zuversicht äusserten Konferenz-Teilnehmer auch Kritik. Das verabschiedete Papier lasse viel zu viele Fragen offen. «Wir hatten gehofft, dass wir mit unserer Arbeit schon weiter vorangekommen wären», beklagte etwa die südafrikanische Unterhändlerin Nozipho Mxakato-Diseko, die als Sprecherin von mehr als 130 Entwicklungsländern auftrat. «Wir fordern unsere Partner auf, sich unsere Sorgen anzuhören.»

Umweltschutzorganisationen lobten die bisherigen Fortschritte. Die deutsche WWF-Klimaexpertin Regine Günther erklärte aber, der Vertragsentwurf sei noch keine Garantie für einen Erfolg der Konferenz. Es seien immer noch «ein starkes Abkommen oder eine Luftnummer» möglich.

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