Gemeinsam gegen den neuen Schädling

Seit 2011 verursacht die Kirschessigfliege in der Schweiz Schäden in Obstkulturen. Agroscope hat nun ein nationales Überwachungsnetzwerk aufgezogen, um dem Schädling die Stirn zu bieten.

2011 wurde die Kirschessigfliege Drosophila suzukii erstmals in der Schweiz festgestellt. Das Forschungsinstitut Agroscope hat damals schnell reagiert und noch im selben Jahr eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, mit dem Ziel, dem Schädling gemeinsam mit Vertretern der Kantone, der Produktion und der Branche die Stirn zu bieten.

In einer Medienmitteilung macht Agroscope nun auf ihr schweizweites Überwachungsnetzwerk aufmerksam, das für ein umfassendes Monitoring der Kirschessigfliege sorgen soll. Mindestens zehn Fallen wurden in jedem Kanton aufgestellt und regelmässig ausgewertet. Mit den daraus gewonnenen Daten wurde eine Karte mit der Ausbreitung des Schädlings und der Situation in den einzelnen Kantonen erstellt, die regelmässig auf der Agroscope-Website aktualisiert wird. 2013 trat Drosophila suzukii, wie im Vorjahr, in der ganzen Schweiz auf, wobei die ersten Exemplare rund fünf Wochen früher auftraten als 2012.

Vorliebe für überreife Früchte
Die Drosophila suzukii befällt mit Vorliebe die überreifen Früchte von Kirschen, Erdbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Pflaumen und Trauben. Deshalb hat Agroscope einen Massnahmenplan zur lokalen Bekämpfung des Schädlings erstellt. Einerseits seien präventive Massnahmen ergriffen worden, wie etwa strikte Hygienevorschriften bei der Ernte der Früchte. Beschädigte oder herabgefallene Früchte sollen schnellstmöglich eingesammelt und vernichtet werden, um keinen Nährboden für die Fruchtfliegen zu bieten. Andererseits sollten möglichst kurze Intervalle zwischen den Ernten eingehalten werden, damit gar nicht erst überreife Früchte entstehen können.

Die Strategie wird laut Agroscope durch Massenfallen ergänzt. Dabei handelt es sich um einen Ring von Fallen rund um die zu beschützende Parzelle. Laut dem Forschungsinstitut konnten die Schäden dadurch auf ein «tolerierbares Niveau» reduziert werden.

Bei hohen Populationszahlen und einer zu späten Reaktion auf einen Befall sei als letzte Rettung eine chemische Bekämpfung der Schädlinge möglich, wodurch sich allerdings obligatorische Wartefristen bis zur Ernte ergeben.

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