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Zwerghamster – kleiner Einzelgänger

Es gibt drei Zwerghamsterarten, die als Heimtiere gehalten werden. Einer davon ist der Dsungarische Zwerghamster. Wie er lebt und welche Bedürfnisse er hat.

Ist von Hamstern die Rede, wuselt als erstes der Goldhamster durch den Kopf. Das etwa 16 Zentimeter lange Pelztier ist seit ungefähr 80 Jahren ein beliebter Hausgenosse. Zur zoologischen Unterfamilie der Hamster gehören aber auch drei Zwerghamsterarten, die als Heimtiere angeboten werden. Doch welche davon eignet sich am besten für ein Leben im Terrarium? «Der Dsungarische Zwerghamster eignet sich am besten. Wir bieten darum diese Art an», sagt Marco Blättler. Der Zoofachhändler hat die Erfahrung gemacht, dass diese Tiere zutraulicher werden als andere Zwerghamster. Letztlich komme es jedoch auf den individuellen Charakter an. Äusserlich ähneln Dsungarische Zwerghamster den Campbell-Zwerghamstern stark. Laut Blättler könne es deshalb durchaus vorkommen, dass beide Arten in der Zucht miteinander gekreuzt wurden. Der Tierpfleger führt zusammen mit seiner Frau seit bald 20 Jahren die Zoohandlung Widmer in Kirchdorf (AG). Die Kleinsäugerabteilung fällt durch aussergewöhnliche und grosse Gehege auf. In Glasterrarien schlafen die Winzlinge in einem Etagenbau, der in der Einstreu vergraben direkt an der Scheibe liegt. «So hat man auch etwas vom schlafenden Pelztier», kommentiert Marco Blättler die Szene.

Keine Gruppenhaltung

Ein viel diskutierter Punkt ist die Frage, ob Dsungarische Zwerghamster gemeinsam mit Artgenossen gehalten werden können. Marco Blättler winkt ab: «Keinesfalls, die Art muss unbedingt einzeln gehalten werden.» Es werde immer wieder das Gegenteil behauptet. «Es ist aber klar, dass es bei Gemeinschaftshaltung früher oder später zu schlimmen Beissereien kommt. ‹Wir halten drei bis vier Junge im Verkaufsterrarium zusammen, doch ab zwölf bis 15 Wochen müssen wir sie trennen, sonst gehen sie aufeinander los›, erzählt Marco Blättler.

Der erfahrene Tierhalter empfiehlt als Minimum ein Terrarium mit einer Grundfläche von 100 x 50 Zentimeter. Als Einstreu eigneten sich staubfreie Hobelspäne. «Ideal ist, wenn Schichten mit unterschiedlichem Material aufgebaut werden, so beispielsweise, wenn feines Stroh dazwischen gezogen wird.» Marco Blätter rät, Strukturen im Terrarium zu schaffen. Er propagiert: «Vergraben Sie Wurzeln und Röhren. Das macht das Leben des Hamsters interessant. In der Natur stösst er beim Graben auch auf Hindernisse.» Dsungarische Zwerghamster wühlen ein Gangsystem und schaffen sich einen Ruheplatz. Gesundheitliche Probleme habe der Dsungarische Zwerghamster kaum. «Er wird halt, wie alle Hamster, mit eineinhalb bis zwei Jahren nicht sehr alt», gibt Marco Blättler zu bedenken.

In der Natur ernährt sich der Steppenbewohner von Grassamen. Manchmal werden aber auch Insekten gefressen. Der Zoofachhandel hält extra Zwerghamsterfutter-Mischungen bereit. Sie bestehen aus Getreide, Trockengemüse, Saaten, getrockneten Rosinen und Ananas, Kräutern, Mineralstoffen und Trockeninsekten. Als Leckerbissen können getrocknete Insekten wie Mehlwürmer auch von Hand gereicht werden. Zudem gibt es Knabberstangen, die zusätzlich zur Beschäftigung angeboten werden können. Frisches Wasser muss immer zur Verfügung stehen. In das Terrarium gehört auch eine Sandschale. Es sollte nur punktuell gereinigt werden, nämlich dort, wo der Hamster seinen Kot und Urin absetzt. Eine Gesamtreinigung verunsichert das Tier. Wer lange in den Abend wach bleibt, hat am meisten vom Winzling, der mit einsetzender Dunkelheit aktiv wird, Futter hamstert, in seine Vorratskammer trägt und neue Gänge gräbt.

Drei Zwerghamster im Überblick

Dsungarischer Zwerghamster (Phodopus sungorus)
Kopf-Rumpf-Länge: 7 bis 9 Zentimeter, Schwanz bis 1,5 Zentimeter
Vorkommen: Steppen nordöstliches Kasachstan und südwestliches Sibirien
 
Campbell-Zwerghamster (Phodopus campbelli), wird manchmal auch als Unterart des Dsungarischen Zwerghamsters geführt
Kopf-Rumpf-Länge: 8 bis 10 Zentimeter, Schwanz bis 1,4 Zentimeter
Vorkommen: Steppen und Halbwüsten der Mongolei und des nordöstlichen Chinas
 
Roborowski Zwerghamster (Phodopus roborovskii)
Kopf-Rumpf-Länge: 7 Zentimeter, Schwanz ca. 1 Zentimeter
Vorkommen: Wüste Gobi und angrenzende Wüstenregionen im nördlichen China und der Mongolei; lebt ausschliesslich in Sandgebieten









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