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Auf Augenhöhe mit Vögeln

Ein Perspektivenwechsel der besonderen Art: Baumwipfelpfade gewähren einen neuen, ungewohnten Blick auf den Wald und seine tierischen Bewohner. Vier Spaziergänge zur Horizonterweiterung.

In ihren Wipfeln rauscht die Welt, ihre Wurzeln ruhen im Unendlichen.» Mit diesen Worten beschrieb Hermann Hesse einst die Urkraft der Bäume. Er war nicht der Erste und nicht der Letzte, der sich literarisch vor ihnen verneigte und ihrem Wesen nachspürte. Wer den grünen Riesen heute näherkommen will, muss jedoch nicht zur Feder greifen: Ein Spaziergang über einen der zahlreichen Baumwipfelpfade der Schweiz eröffnet im wahrsten Sinne des Wortes neue Perspektiven.

Baumwipfelpfad Neckertal (SG)

Im St. Galler Neckertal windet sich ein rund 500 Meter langer Holzsteg durch die Baumkronen. Sanft ansteigend erreicht der Weg eine Höhe von bis zu 50 Metern und gibt immer wieder den Blick auf den umliegenden Mischwald frei. Informationstafeln liefern Wissenswertes zu Flora und Fauna, während Erlebnisstationen besonders Familien ansprechen. Dank Barrierefreiheit ist das Naturerlebnis für alle zugänglich.

Senda dil Dragun (GR)

Mit über 1,5 Kilometern Länge gilt die «Senda dil Dragun» als längster Baumwipfelpfad der Welt. Er verbindet Laax Murschetg mit Laax Dorf und führt durch die Höhen des Flimserwaldes. Plattformen, Rutschen und interaktive Installationen sorgen für Abwechslung entlang des Weges. Besonders eindrücklich präsentiert sich die Aussicht auf die umliegende Bergwelt und die Rheinschlucht. Der Pfad ist ganzjährig geöffnet und entfaltet im Winter einen märchenhaften Reiz.

Wipfelpfad Pilatus (LU)

Der Wipfelpfad auf dem Pilatus schlängelt sich auf breiten Laufseilen durch den Wald. Kletterfreudige sind mit den Netzen gut gesichert und erleben so die Natur hautnah. Der Pfad führt von Nest zu Nest, wie die zwölf Plattformen vor Ort genannt werden. Von dort aus lassen sich Vögel und Bäume aus der Nähe beobachten. Mehrere Tafeln informieren über die Flora und Fauna in diesem grünen Meer.

Erlebnisweg Gäggersteg (BE)

Im Naturpark Gantrisch führt ein Holzsteg durch ein eindrückliches Sturmwurffeld. Der Jahrhundertsturm Lothar zerstörte Ende 1999 den Wald am Gägger fast vollständig. Statt eines klassischen Baumwipfelpfads erleben Naturfans hier die Dynamik des Waldes aus nächster Nähe. Der Weg verläuft teils erhöht durch die Baumstämme und zeigt, wie sich der Wald nach und nach regeneriert. Aussichtspunkte eröffnen den Blick auf die Voralpenlandschaft des Gantrischgebiets.

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