Wenn sich der Winter dem Ende neigt, machen sich nicht nur beim Menschen Frühlingsgefühle breit. Auch Kröte, Frosch und Molch spüren den nahenden Frühling. Sobald die Temperaturen in feuchten Frühjahrsnächten über die Nullgrad-Grenze klettern, verlassen sie ihr Winterquartier und haben nur ein Ziel vor Augen: die Laichgewässer zu erreichen, in denen sie selbst das Licht der Welt erblickt haben. Eine gefährliche Reise steht ihnen bevor. Denn auf ihrem Weg sie müssen Fahrbahnen überqueren, auf denen ihrem Leben oft ein abruptes Ende gesetzt wird. Die ohnehin schon gefährdeten Amphibienarten werden durch den Strassentod in arge Bedrängnis gebracht.
Damit die Hochzeitsreise nicht mit dem Tod endet, helfen jedes Jahr ehrenamtliche Amphibien-Freunde den Wanderern auf ihrer Reise. Rund 1'900 Strassenabschnitte, auf denen Amphibienwanderungen stattfinden, sind schweizweit bekannt. Die meisten davon werden durch freiwillige «Verkehrslotsen» betreut. Mitte Februar installieren die Helferinnen und Helfer temporäre Zäune entlang der Abschnitte und vergraben Fangkübel im Boden. Bei ihrem Versuch, einen Durchgang durch den Zaun zu finden, fallen die Amphibien in die Kübel. Nach der Abenddämmerung oder am frühen Morgen werden die gefangenen Tiere durch die Helfer auf die andere Strassenseite gebracht. 270'000 Amphibien können so jährlich vor dem Strassentod gerettet werden.

Karch, die schweizerische Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz bittet Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen darum, Strassenabschnitte mit Hinweisschildern, die auf Amphibienwanderungen hinweisen, zu umfahren oder im Schritttempo zu passieren. Denn auch wenn die Amphibien nicht unter die Autoräder geraten, verlieren sie ihr Leben spätestens dann, wenn ein Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit über sie hinwegfährt. Der dabei entstehende Strömungsdruck unter den fahrenden Autos lässt die Tiere einen qualvollen Tod sterben. Auch wenn keine Hinweisschilder angebracht sind, sollten Sie in warmen und feuchten Nächten von Februar bis April mit Amphibienwanderungen rechnen und Ihr Fahrtempo entsprechend anpassen.
Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann sich kurzerhand selbst als Freiwilliger melden und einen Beitrag zum Amphibienschutz leisten. Auf der Webseite https://lepus.unine.ch/zsdb/benevoles.php?lang=de finden sich alle Orte in der Schweiz, an denen noch helfende Hände gebraucht werden, inklusive Tätigkeitsbereich und Kontaktperson. Die Amphibien werden es danken.


