Ein bisschen Unordnung kann im Winter Gold wert sein. Denn Laub, trockene Pflanzenstängel und Reisighaufen schützen nicht nur vor der Kälte, sondern bieten auch zahlreichen Tieren ein Winterquartier. Trotzdem gibt es im Garten einiges, was vor Frost geschützt werden sollte. So steckt nicht jede Pflanze Minustemperaturen problemlos weg. Besonders empfindlich sind viele mediterrane Gewächse und Kübelpflanzen. Bei ihnen friert der Wurzelballen deutlich schneller durch als bei Pflanzen, die im Boden wachsen. Empfindliche Kübelpflanzen sollten deshalb an einen frostfreien oder zumindest geschützten Ort gebracht werden. Wer sie draussen lässt, kann die Töpfe mit Jute oder Vlies umwickeln und sie auf eine isolierende Unterlage stellen. Ein windgeschützter Platz nahe am Haus ist ebenfalls hilfreich.
Auch Pflanzen im Beet können einen Kälteschutz brauchen. Hier bietet sich ebenfalls ein Wintervlies an, dieses sollte allerdings nicht zu dicht sitzen: Etwas Luftzirkulation verhindert, dass sich darunter Feuchtigkeit staut und zu Fäulnis führt. Immergrüne Pflanzen haben zudem das Problem, dass ihre Blätter auch im Winter Wasser verdunsten. Ist der Boden gefroren, können die Wurzeln kein Wasser aufnehmen und kaum Nachschub liefern – Frosttrocknis entsteht. Eine Mulchschicht hilft, den Boden vor starkem Durchfrieren zu schützen. Obstbäume sowie junge Bäume können zudem einen Kalkanstrich vertragen. Dieser reflektiert die Wintersonne und verringert das Risiko von Frostrissen durch grosse Temperaturunterschiede.
Laub als Schutz
Unter Sträuchern und auf Beeten darf ruhig eine Schicht Laub liegen bleiben. Sie schützt den Boden vor Kälte und hält Feuchtigkeit im Boden. Besonders dankbar sind Igel für einen ruhigen Laub- oder Reisighaufen. Solche Haufen sollte man deshalb von November bis März möglichst in Ruhe lassen. Aber auch trockene Pflanzenstängel sind wertvoll für Insekten, die darin überwintern. Samenstände dienen zudem Vögeln als Nahrungsquelle.
Doch nicht nur Pflanzen und Tiere brauchen Schutz in der kalten Jahreszeit. Gefrierendes Wasser kann Leitungen, Gartenschläuche und Behälter durch Ausdehnung beschädigen. Wasserleitungen im Garten sollten deswegen abgesperrt und entleert werden, genauso wie Schläuche. Auch bei Regentonnen lohnt sich ein Blick auf die Herstellerangaben: Nicht jedes Modell verträgt frostige Zeiten samt Eis.
Checkliste
- Laub liegen lassen
- Stauden und Stängel stehen lassen
- Empfindliche Pflanzen mit Vlies schützen
- Obstbäume und junge Bäume kalken
- Kübelpflanzen geschützt aufstellen
- Töpfe gegen Durchfrieren isolieren
- Frostempfindliche Kübelpflanzen ins Haus bringen
- Wasserleitungen und Schläuche entleeren
- Regentonnen kontrollieren

