Während sich der Garten langsam auf den Winter vorbereitet, wird unter der Erde bereits der Grundstein für die nächste Gartensaison gelegt. Tulpen, Narzissen, Zierlauch und viele andere Zwiebelblumen werden im Herbst gepflanzt. Ende Oktober ist dafür in weiten Teilen der Schweiz noch ein guter Zeitpunkt. Der Boden ist meist noch nicht gefroren und bietet den Zwiebeln Gelegenheit, vor dem Winter Wurzeln zu bilden. Wichtig ist vor allem ein durchlässiger Boden, denn Staunässe vertragen die meisten Blumenzwiebeln schlecht.

Krokus
Krokusse gehören zu den ersten Farbtupfern im neuen Gartenjahr. Je nach Art und Sorte öffnen sich ihre weissen, gelben, violetten oder gestreiften Blüten bereits ab Februar und bieten früh fliegenden Insekten eine wichtige Nahrungsquelle.
Ende Oktober ist ein guter Zeitpunkt, um die Knollen der Frühlingskrokusse zu setzen. Sie bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte und einen durchlässigen Boden, in dem sich im Winter keine Staunässe bildet. Besonders natürlich wirken Krokusse in grösseren Gruppen im Rasen, unter lichten Gehölzen oder zwischen anderen Frühlingsblühern. An geeigneten Standorten können sie sich mit den Jahren vermehren und immer grössere Blütenteppiche bilden.
Pflanzzeit: September bis November
Blütezeit: Februar bis April
Standort: Sonne bis Halbschatten
Höhe: etwa 8 bis 15 cm

Schneeglöckchen
Schneeglöckchen gehören zu den ersten Frühlingsboten überhaupt. In milden Wintern können sich die weissen Blüten bereits im Januar oder Februar zeigen.
Die trockenen Zwiebeln werden am besten im frühen Herbst gesetzt. Ende Oktober können sie jedoch noch gepflanzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist. Schneeglöckchen wirken besonders schön in Gruppen und fühlen sich unter Laubgehölzen sowie an halbschattigen Stellen wohl. Mit den Jahren können sich grössere Bestände entwickeln.
Pflanzzeit: September bis Oktober
Blütezeit: Januar bis März
Standort: Halbschatten bis Sonne
Höhe: etwa 10 bis 20 cm

Narzissen
Narzissen gehören zu den zuverlässigsten Frühlingsblühern. Einmal eingewachsen, können viele Sorten jahrelang am selben Platz bleiben und mit der Zeit immer grössere Bestände bilden.
Idealerweise werden die Zwiebeln bereits im September oder frühen Oktober gesetzt. Ende Oktober ist eine Pflanzung in tieferen und mittleren Lagen der Schweiz in der Regel noch möglich, solange der Boden nicht gefroren oder völlig durchnässt ist. Narzissen bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte und einen frischen, aber gut durchlässigen Gartenboden.
Pflanzzeit: September bis Oktober
Blütezeit: je nach Sorte Februar bis Mai
Standort: Sonne bis Halbschatten
Höhe: etwa 15 bis 60 cm

Traubenhyazinthe
Traubenhyazinthen (Muscari) bilden im Frühjahr dichte kleine Blütentrauben, meist in kräftigem Blau oder Violett. Die robusten Zwiebelpflanzen sind pflegeleicht und vermehren sich an geeigneten Standorten häufig von selbst.
Ende Oktober können ihre Zwiebeln noch gut in die Erde. Besonders schön wirken Traubenhyazinthen in grösseren Gruppen unter Gehölzen oder zwischen Tulpen und Narzissen.
Pflanzzeit: September bis
November
Blütezeit: März bis Mai
Standort: Sonne bis Halbschatten
Höhe: etwa 10 bis
25 cm

Zierlauch
Zierlauch sorgt im späten Frühjahr und Frühsommer für spektakuläre Blütenkugeln. Je nach Art reichen sie von kleinen violetten Bällchen bis zu imposanten Kugeln auf mehr als einem Meter hohen Stielen.
Ende Oktober ist eine gute Zeit, um viele Zierlauch-Arten zu pflanzen. Sie lieben sonnige Standorte und durchlässige Böden. Besonders empfindlich reagieren die Zwiebeln auf Staunässe. Die Blüten sind zudem bei Bienen und anderen Insekten beliebt.
Pflanzzeit: September bis November
Blütezeit: April bis Juli
Standort: Sonnig
Höhe: je nach Art etwa 20 bis 150 cm

Tulpen
Für Tulpen ist Ende Oktober genau der richtige Zeitpunkt. Ihre Zwiebeln werden traditionell später als die vieler anderer Frühlingsblüher gepflanzt und können je nach Witterung bis in den November hinein in die Erde.
Wichtig ist ein sonniger Standort mit gut durchlässigem Boden. Als Faustregel werden die Zwiebeln etwa zwei- bis dreimal so tief gesetzt, wie sie hoch sind. Die enorme Sortenvielfalt ermöglicht Blütezeiten vom frühen bis zum späten Frühjahr.
Pflanzzeit: Oktober bis November
Blütezeit: März bis Mai
Standort: Sonnig
Höhe: je nach Sorte etwa 15 bis 70 cm

Schachbrettblume
Die Schachbrettblume (Fritillaria meleagris) fällt durch ihre ungewöhnlich gemusterten, nickenden Glockenblüten auf. Sie erscheinen im Frühjahr in Purpur, Rosa oder Weiss.
Anders als Tulpen oder Zierlauch mag die Schachbrettblume einen eher frischen bis feuchten Boden. Sie eignet sich deshalb beispielsweise für naturnahe Gartenbereiche und feuchtere Wiesenflächen. Die kleinen Zwiebeln trocknen relativ schnell aus und sollten nach dem Kauf möglichst rasch in die Erde.
Pflanzzeit: September bis Oktober
Blütezeit: April bis Mai
Standort: Sonne bis Halbschatten
Höhe: etwa 20 bis 30 cm

Kaiserkrone
Auch bei der imposanten Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) ist eine frühere Pflanzung günstiger. Ihre grossen Zwiebeln werden idealerweise im Spätsommer oder frühen Herbst gesetzt, damit sie vor dem Winter gut einwurzeln können. Ende Oktober kann eine Pflanzung, je nach Witterung, noch möglich sein, solange der Boden offen und nicht vernässt ist.
Im Frühjahr entwickeln sich kräftige Stängel, an deren Spitze auffällige gelbe, orangefarbene oder rote Glockenblüten sitzen. Die Kaiserkrone bevorzugt sonnige bis halbschattige und möglichst windgeschützte Standorte.
Pflanzzeit: August bis Oktober
Blütezeit: April bis Mai
Standort: Sonne bis Halbschatten
Höhe: etwa 70 bis 100 cm
So kommen Blumenzwiebeln richtig in die Erde
Als Faustregel gilt für viele Blumenzwiebeln: Das Pflanzloch sollte etwa zwei- bis dreimal so tief sein, wie die Zwiebel hoch ist. Die Spitze zeigt nach oben. Bei schweren, lehmigen Böden kann eine Drainageschicht aus Sand oder feinem Kies helfen, Staunässe zu vermeiden.
Wer Ende Oktober noch nicht gepflanzt hat, muss also keineswegs bis zum nächsten Jahr warten. Vor allem Tulpen, Zierlauch und Traubenhyazinthen können jetzt noch in die Erde. Auch bei anderen Frühlingsblühern ist eine späte Pflanzung häufig noch möglich, solange der Boden offen und nicht vernässt ist. In höheren Lagen der Schweiz drängt die Zeit allerdings stärker als im Mittelland und in milden Weinbauregionen.

