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Amerikanischer Miniesel im Bioparc Genf

Der Amerikanische Miniesel ist kaum grösser als ein BernerSennenhund. Ein Besuch im Bioparc Genf bei Pablo, einembesonderen Charakter.

Pablo ist selbstbewusst. Dabei ist er der kleinste. «Unser Amerikanische Miniesel lebt zur Zeit mit zwei Barockeseln und drei Eseln, die wir vom Schweizer Tierschutz übernommen haben, in einem Gehege», sagt Dr. Tobias Blaha. Der Direktor des Bioparc Genf fügt lachend an: «Vom Kopf her meint er, er sei der grösste. Er ist sehr bestimmend.»

Dabei ist Pablo nur etwa so gross wie die Kune-Kune-Schweine, die ebenfalls mit ihm in der Anlage mit Mergelboden leben. Das Höchstmass für Miniaturesel liegt bei91,44 Zentimetern. Im Gegensatz dazu ist der Katalanische Esel mit einer Schulter-höhe von 1,65 Meter die grösste Eselrasse. Amerikanische Miniesel stammen von Zwergeseln aus Sizilien und Sardinien ab und wurden in den USA konsequent klein gezüchtet. Die National Miniature Donkey Association aus den USA erwähnt auf ihrer Webseite die Problematik, dass Miniesel mit Zwergeseln gekreuzt würden und so an Grösse zulegen würden. Die Vereinigung hat sich zum Ziel gesetzt, die Miniesel zu erhalten. In der Schweiz wird diese Rasse nur selten gehalten.

Amerikanischer Miniesel im Bioparc Genf
Pablo ist im Umgang mit Kindern, wie hier mit Luisa Blaha, sehr sanft.

Miniesel öffnet Türen zu Menschen

«Wir haben Pablo vom Schweizer Züchter René Friedli geschenkt bekommen», sagt Tobias Blaha. «Für uns ist das ein Glücksfall, weil die Tiere aus dieser Zucht sehr gesund sind.» Der Veterinär macht auf Probleme bei Minieseln aufmerksam wie Fehlstellungen der Zähne oder der Gliedmassen. Aufgrund falscher Ernährung würden Miniesel oft auch an Übergewicht und Hufrehe leiden, einer schmerzhaften Entzündung der Huflederhaut. Von all dem ist bei Pablo nichts zu sehen. Tobias Blaha lobt: «Für uns ist er ein Glücksfall, insbesondere auch bei der tiergestützten Therapie.»

Amerikanischer Miniesel im Bioparc Genf
Dr. Tobias Blaha mit dem Amerikanischen Miniesel Pablo.

Der Bioparc im Genfer Vorort Bellevue nimmt verschiedene Aufgaben wahr. Ein wichtiges Standbein ist, Tiere Menschen näher zu bringen und den Kontakt mit ihnen zu ermöglichen. «Pablo ist einfach super, gerade für ängstliche Leute oder für ein Kind im Rollstuhl. Die beiden begegnen sich auf Augenhöhe», lobt Tobias Blaha. Pablo geniesst die Kontakte nicht nur, er brennt darauf und ist neugierig, neue Menschen kennenzulernen. «Er ist ausserordentlich sozial, kommt mit auf Spaziergänge und interagiert perfekt mit den Menschen.»Pablo lebt somit im Bioparc nicht nur unter Artgenossen, sondern kann auch sein Kontaktbedürfnis zu Menschen ausleben.

Esel brauchen Beschäftigung und haben ein komplexes Sozialverhalten. Deshalb dürfen sie nicht einzeln gehalten werden. Tobias Blaha streicht heraus, dass einMiniatur-Esel genau die gleichen Bedürfnisse hat wie alle anderen Esel: «Die Steppentiere müssen rohfaserreich ernährt werden, also am besten mit Heu, Stroh und Ästen von Laubbäumen.» Bewegung sei wichtig. Hufpflege und Zahnkontrollen würden bei Pablo, wie bei allen anderen Eseln im Bioparc auch, regelmässig durchgeführt. «Ich würde über die Miniatur-Esel sagen: klein aber oho», kommentiert der Tierarzt und marschiert mit Pablo an der Leine davon. Das Eselchen trippelt nebenher, blickt um sich, und zupft im Gehen Blätter von Haselsträuchern am Rand.

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