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Amazonen - Papageien Mittel- und Südamerikas und der Karibik

Amazonen sind eine mehrheitlich grün befiederte Papageiengattung. Die 31 Arten sind von Mittel- bis Südamerika sowie auf den karibischen Inseln verbreitet. Viele Arten werden auch in der Schweiz gehalten und gezüchtet.

Am grauen Himmel fliegen Taubenhalsamazonen am Morgen früh entlang der schirmartigen Araukarien-Bäume. Ihre Rufe tönen wie «creo, creo creo» und hallen über die Matetee-Plantage. «Es sind nicht mehr viele», wispert Patricio Ramirez. Der Ornithologe kennt sich in der argentinischen Provinz Misiones ganz im Norden des Landes aus. Er hat den Rückgang der Taubenhals-Amazone während Jahren beobachtet.

Die Art lebt in Nord-Argentinien und Südost-Brasilien. Die Bestände schrumpfen aufgrund des Lebensraumverlusts. In Brasilien fliegt die Taubenhalsamazone vor allem in den Fragmenten des Atlantischen Waldes. Ein solches Refugium ist etwa das Gelände der Lymington Foundation bei Juquitiba im Bundesstaat São Paulo. Dort werden aus illegalen brasilianischen Haltungen Taubenhalsamazonen wieder an ein Leben in der Natur gewöhnt und ausgewildert. Deshalb werden sie mit hochziehbaren Futterplateaus in den Baumkronen gefüttert.

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Taubenhalsamazonen unter aregentinischem Himmel. Sie leben im atlantischen Küstenwald und in Nordargentinien in Arakuarienwäldern.

Taubenhalsamazonen gehören zu den 31 Vertretern der vielfältigen Gattung der Amazonen. Wenn sie fliegen, leuchten rote Schwungfedern. Diese Signalfarbe dient dem Zusammenhalt der Schwarmvögel im Flug. Das ist bei fast allen Amazonen so. Nur bei der Bodinus- und Blaubartamazone fehlen die Leuchtfarben in den Schwungfedern, doch beide Arten haben als Ersatz einen scharlachroten Rumpf, der im Flug leuchtet, jedoch vollständig verborgen bleibt, wenn sie sitzen. Beim Klettern und Knabbern an Blüten, Früchten und Samen im Blattwerk von Bäumen sind alle Amazonen ausgezeichnet getarnt.

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Taubenhalsamazone in der argentinischen Provinz Misiones.

Sie unterscheiden sich voneinander durch individuelle Kopffärbungen, so etwa durch gelbe oder blaue Stirnen, rote Wangenflecken, gelbe Nacken oder blaue Kappen. Wenig verwunderlich, dass es darum beispielsweise die Gelbstirn-, Blaustirn- und die Blaukappenamazone gibt.

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Taubenhalsamazonen kommen in Nordargentinien und Brasilien vor.

Von Königinnen und Kaiserinnen

Während die Taubenhalsamazone die südlichste Amazone ist, stösst die Blaukappenamazone im Westen Mexikos in die nördlichste Verbreitungszone der Amazonen vor. Auch die karibischen Inseln werden von Amazonenarten bevölkert. Manche von ihnen sind gar im Adelsstand. Auf St. Vincent residiert die Königin, auf Dominica hält die Kaiserin Hof. Beide Arten heben sich durch ihr Federkleid von den übrigen Angehörigen der Gattung ab. Die Königsamazone beeindruckt durch ein nuancenreiches gelb-grünlich schillerndes Gefieder, wobei es eine dunkle und eine helle Farbmorphe gibt. Brust und Bauch der Kaiseramazone sind violett.

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Die Königsamazone gibt es in zwei Farbmorphen. Sie wird sehr selten gehalten.

Beide Arten haben auf den kleinen Inseln, die eigene Staaten sind, beschränkte Verbreitungsgebiete und kommen darum natürlicherweise nur in geringer Anzahl vor. Gerade deshalb reisst der Schmuggel, der bis in die heutigen Tage andauert, grosse Lücken in die Bestände. Reiche Sammler weltweit sind bereit, hohe Summen für diese Raritäten zu bezahlen.

Die Kaiseramazone ist mit 45 Zentimetern die grös-ste Amazone überhaupt. Anders als die übrigen Amazonen bebrütet sie nur ein Ei. Vermutlich leben nicht mehr als 100 Kaiseramazonen in den zerklüfteten Bergwäldern auf Dominica. Die Kaiserin ist derWappenvogel des Inselstaates.

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Eine Kaiseramazone aus den Volieren des Botanischen Gartens Roseau, Dominica.

In ebenso verborgenen Wäldern, wenn auch nicht auf Inseln, fliegt die Soldatenamazone. Sie kommt in Andentälern von Bolivien über Peru, Ecuador und Kolumbien bis Venezuela vor. 1844 wurde sie durch den Schweizer Johann Jakob von Tschudi wissenschaftlich beschrieben. Er erlegte ein Exemplar auf seiner abenteuerlichen Perureise in einem Andental. Der Balg, den er schoss, schlummert bis heute als Typusexemplar in den Archiven des Muséum d’histoire naturelle in Neuchâtel.

Soldatenamazonen werden nur im Loro Parque auf Teneriffa gehalten. Viele andere Arten sind aber seit langer Zeit in Menschenhand, auch in der Schweiz. Ab 1972 wurden da durch verschiedene Züchter des Vogelzuchtverbands Exotis in der Zeitschrift «Gefiederter Freund» in Wort und Bild die erstmaligen Vermehrungen von 21 Arten beschrieben. So gelang beispielsweise die Zucht der Taubenhalsamazone in der Schweiz erstmals 1978.

Die Haltung und Zucht von Amazonen ist anspruchsvoll und bedeutet eine langfristige Verpflichtung. Sie können 60 Jahre alt werden. Viel, was bekannt ist über Amazonen, entstammt Beobachtungen aus Volieren. Es war Christoph Kolumbus, der von seiner ersten Reise 1493 erstmals Kuba-Amazonen nach Europabrachte. In der Neotropis aber waren Amazonen lange vorher bei der Urbevölkerung beliebte Heimtiere. Die Menschen dort entnehmen sie jung dem Nest, ziehen sie auf und halten sie in ihren Siedlungen. Amazonen sind eben charismatische Persönlichkeiten, die alle begeistern, die sie näher kennen.

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Blaubartamazonen haben einen scharlachroten Rumpf, der erst, wenn sie fliegen, zur Geltung kommt.

Amazonen halten

Alle Amazonen sind laut. Deshalb ist eine Haltung im Wohnblock oder dicht besiedelten Wohnquartier kaum möglich. Sie schreien insbesondere bei Tagesanbruch und in der Abenddämmerung. Amazonen sollten paarweise gehalten werden. Eine ideale Unterbringung sind kombinierte Innen- und Aussenvolieren. Im Innenraum sollte im Winter die Temperatur nicht unter 7 Grad fallen. Die Nahrung muss zu mindestens 50 Prozent aus Früchten und Gemüse bestehen. Die restlichen50 Prozent sind fettarme Sämereien, die zeitweise auch gekeimt gereicht werden können. Kalk, Mine-ralien und Grit müssen immer zur freien Aufnahme zur Verfügung stehen. Die Höhlenbrüter lassen sich gerne beregnen und lieben es, zu baden.

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