Steckbrief
Grösse: 48–60cm
Gewicht: 18–32kg
Lebenserwartung: 12–14 Jahre
Felllänge: mittellang
Fellfarbe: alle Farben ausser reinweiss, leberbraun und weissgescheckt (z. B. wolfsgrau, rot, schwarz, falbfarben)
Geeignet als: Begleit- und Familienhund
Sportarten: Rally Obedience, Fährtenarbeit, Longieren, Wandern
Auslaufbedürfnis: mittel
Sabber-Potential: gering
Stärke des Haarens: mittel
Zusammenleben mit anderen Haustieren: geeignet 

Herkunft & Geschichte

Der Eurasier ist eine vergleichsweise junge Hunderasse. In den 1960er-Jahren begann der deutsche Züchter Julius Wipfel, einen Familienhund zu entwickeln, der die Ursprünglichkeit nordischer Hunde mit einem ausgeglichenen, menschenbezogenen Wesen verbindet. Ausgangspunkt waren Kreuzungen zwischen dem Chow-Chow und dem Wolfsspitz. Später wurde der Samojede eingekreuzt, um das freundliche und offene Temperament zu stärken. 1973 wurde der Eurasier von der Fédération Cynologique Internationale offiziell anerkannt.

Persönlichkeit, Charaktereigenschaften und Temperament

Der Eurasier gilt als ruhig, selbstbewusst und sensibel. Er baut eine enge Bindung zu seiner Familie auf und zeigt sich im Alltag aufmerksam, aber nicht aufdringlich. Fremden begegnet er meist reserviert – jedoch ohne Aggressivität. Typisch ist seine feine Wahrnehmung für Stimmungen. Eurasier reagieren sensibel auf harsche Behandlung und brauchen eine ruhige, konsequente Führung. Ihr Temperament ist ausgeglichen: verspielt und bewegungsfreudig im Freien, ruhig und angenehm im Haus. Wachsamkeit ist vorhanden, aber übermässiges Bellen liegt ihnen fern.

Erziehung und Haltung

Ein Eurasier braucht eine liebevolle, klare Erziehung. Diese braucht es auch, denn gerade Rüden können zu einer gelassenen Dominanz neigen und ordnet sich nur einer konsequenten Führung unter. Er ist zudem für seine starke Familienbindung bekannt – er sucht stets die Nähe seiner Menschen.

Aktivitäten

Eurasier sind keine Hochleistungssportler, aber sie lieben ausgedehnte Spaziergänge, Wanderungen und moderate sportliche Beschäftigung. Geeignete Aktivitäten sind Hundesportarten wie Rally Obedience, Wanderungen oder Suchspiele sowie Nasenarbeit. Wichtig ist eine ausgewogene Mischung aus Bewegung und Ruhephasen – Daueraction entspricht nicht ihrem Wesen.

Besonderheiten

Das dichte, mittellange Fell mit üppiger Halskrause verleiht dem Eurasier sein charakteristisches, beinahe löwenhaftes Erscheinungsbild. Farblich ist fast alles erlaubt – von wolfsgrau über rot bis schwarz.

Pflege

Trotz des plüschigen Fells ist der Pflegeaufwand moderat. Regelmässiges Bürsten – ein- bis zweimal pro Woche – reicht meist aus. Während des Fellwechsels darf es etwas häufiger sein. Das Fell besitzt eine natürliche Schutzfunktion und sollte nicht geschoren werden.

Gesundheit

Der Eurasier gilt als robuste Rasse. Dennoch können – wie bei vielen mittelgrossen bis grossen Hunden – Erkrankungen wie Hüftgelenksdysplasie (HD), Patellaluxation, Schilddrüsenerkrankungen und selten Autoimmunerkrankungen auftreten. Die vergleichsweise kleine, engagierte Züchtergemeinschaft legt grossen Wert auf Gesundheitsvorsorge und Wesensfestigkeit.

Pro & Contra

Vorteile:

  • Ausgeglichenes, ruhiges Wesen
  • Starke Bindung zur Familie
  • Wachsam ohne Kläffer zu sein
  • Anpassungsfähig
  • Meist verträglich mit Artgenossen

Nachteile:

  • Sensibel gegenüber harter Erziehung
  • Kann fremden Menschen gegenüber reserviert sein
  • Braucht engen Familienanschluss
  • Fellwechsel kann intensiv sein

Ideale Besitzer

Der Eurasier passt besonders gut zu ruhigen, naturverbundenen Menschen, Familien mit respektvollen Kindern, Paaren oder Einzelpersonen mit Zeit für Bindung. Weniger geeignet ist er für Anfänger.

Fun Fact

Der Name «Eurasier» verweist auf die Kombination europäischer und asiatischer Ursprungshunde.

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