Bauern an der Küste des Schwarzen Meeres führen ihre Anatolischen Wasserbüffel gerne in die Sümpfe, um sie dort weiden zu lassen. Seefrösche hüpfen an Bord an lassen sich auf den gemächlichen Rindern mittragen. Diese Beobachtung machten polnische und türkische Forscher im Kizilirmak-Delta in der Türkei, dem grössten Feuchtgebiet der Schwarzmeerregion. Meist seien zwei bis fünf Frösche auf den Büffeln mitgeritten, schreiben die Forscher im Fachmagazin «Acta Herpetologica».

Auf einem Büffel seien aber ganze 27 Frösche beobachtet worden. Was sie dort machen, sahen die Forscher relativ schnell. Anatolische Wasserbüffel sind relativ haarig. Die Seefrösche haben es auf die vielen kleinen Fliegen und anderen Insekten abgesehen, die sich im zotteligen Pelz verstecken und helfen den Büffeln dabei, diese loszuwerden. Das Phänomen kommt nur im Herbst vor, deshalb könnte sein, dass die wechselwarmen Amphibien sich die Körperwärme der Büffel zunutze machen.  

Im Herbst sei aber die Dichte an Amphibien viel höher als in anderen Jahreszeiten, darum könnte es sich auch einfach um einen zufälligen Effekt handeln. Die Forscher vermuten allerding, dass es sich um einen echten Mutualismus handelt – um eine Beziehung, von der alle Beteiligten profitieren. Dies sei das erste Mal, dass ein solcher Mutualismus zwischen Amphibien und grossen Säugern beobachtet wurde, meinen die Forscher.

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Bei näherem Hinsehen wird klar, was die Frösche auf dem Büffel suchen: ihr Futter.
  Bild: Nizamettin Yavuz/CC BY-SA 4.0