Forschung
Zugvögel spedieren Nährstoffe und Parasiten
Tiere, die über lange Strecken ziehen, transportieren Pflanzensamen, Schneckeneier, Pilzsporen. Zudem stellen sie selber ein nur zeitweise verfügbares Nahrungsangebot dar, wie ein Forscherteam der Vogelwarte schreibt.
Zwei Milliarden Singvögel pendeln jährlich zwischen Europa und Afrika, weltweit sind jedes Jahr schätzungsweise 50 Milliarden Zugvögel unterwegs. Wenn sie in diesen Wochen heimkehren, verändern die Wanderer die Ökosysteme im Herkunfts- und im Zielgebiet, wie die Vogelwarte in einer Mitteilung schreibt.
Mit den Vögeln verschieben sich 20'000 Tonnen Biomasse von den tropischen Savannen in hiesige Gefilde. Das führt zu tiefgreifenden jahreszeitlichen Veränderungen in den jeweiligen Lebensräumen, schreiben die Forschenden. Die Zugvögel konsumieren Nahrung, vor allem Insekten, und hinterlassen Kot und Federn. Im Winterhalbjahr tun sie das im Süden, den Rest des Jahres in den Brutgebieten.
Gleichzeitig sind Zugvögel und ihre Eier aber auch temporär verfügbare Nahrungsquelle für viele andere Tiere. Eine weitere Wirkung entfalten Zugvögel auf Ökosysteme, indem sie auf und in ihrem Körper Pflanzensamen, Schneckeneier, Muschellarven, Pilzsporen und Parasiten über Kontinente verfrachten. «Vogelzug ist mehr als die Wanderung von Vögeln, es ist ein komplexer ökologischer Vorgang, der in die Nahrungsketten von weit entfernten Orteneingebunden ist», liess sich Silke Bauer von der Vogelwarte in der Mitteilung zitieren.
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| Nur im Sommer stehen beim Braunbär Lachse auf dem Speisezettel. Foto: Brocken Inaglory / cc-by-sa |
Lachse, Bären und Gnus
Die Studie der Vogelwarte, die in der renommierten Fachzeitschrift «Science» erschien, liefert auch Beispiele aus der übrigen Tierwelt. Wenn Lachse vom Meer ins Landesinnere wandern, verschieben sich enorme Nahrungsressourcen, die beispielsweise von den Grizzlybären genutzt werden. Zudem erhöhen die Millionen von Fischleibern den Sauerstoffaustausch in den Laichgewässern, wovon andere Wasserlebewesen profitieren können.
In Afrika beeinflussen die riesigen Herden wandernder Huftiere wie Gnus und Zebras nicht nur das Wachstum der Savannengräser, sondern auch den Lebenszyklus der Löwen. Und Wanderheuschrecken fressen überall wo sie landen die Vegetation kahl und verändern dadurch radikal die lokale Natur.
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