Seit Jahrhunderten auf Federfüssen unterwegs

Federfüssiges Zwerghuhn Mille Fleur

Ein federfüssiges Zerghuhn im Kirschbaum. 

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Mille Fleur
Die Federfüssigen Zwerghühner werden auch «Mille Fleurs» genannt. Das dreifarbige Federkleid mit einer weissen Perle am Ende jeder Feder hat zu diesem Namen beigetragen. In der Schweiz hat die Rasse eine breite Züchterbasis.

Das zutrauliche Zwerghuhn mit gerundeten Formen und stolzer Haltung fällt durch die Fussbefiederung auf. In der Schweiz sind die Federfüssigen Zwerghühner seit 1932 regelmässig auf Nationalen Geflügelschauen zu sehen. Am meisten Liebhaber hatte die Rasse anlässlich der Schau von 2008, als 114 Vertretern gezeigt wurden.

Der Schweizerische Klub der Federfüssigen Zwerghühner ist aktiv und unterstützt seine Liebhaber bei der Rassenerhaltung. Die Palette der betreuten Rassen wurde mit den nahen Verwandten, den Belgischen Bartzwergen, ergänzt.

Video: Rasseportrait vom federfüssigen Zwerghuhn

In 26 Farben und mit Latschenfedern

Im Rassegeflügelstandard für Europa sind insgesamt 26 verschiedene Farbenschläge aufgeführt. Die Augenfarbe ist abhängig vom jeweiligen Farbenschlag. Zum ursprünglichen Farbenschlag zählen die Gold-porzellanfarbigen. Auf der dunkel-goldgelben Grundfarbe sitzt am Ende jeder Feder ein schwarzer Tupfen, und darin befindet sich ein weisser Perlfleck. Es ist jener Farbenschlag, der auf der ganzen Welt verbreitet ist und das Bild der Federfüssigen Zwerghühner prägt.

Die verschiedenen Farbenschläge können entweder in der Variante mit oder ohne Bart ausgestellt werden. In der bärtigen Variante entsprechen die Bärte jeweils den Farben des Brustgefieders. Am meisten verbreitet sind in der Schweiz die Vertreter ohne Bart. 

Bei allen Varianten werden die Flügel etwas gesenkt gehalten, und der Schwanz ist im Ansatz etwas gefächert. Bei den Hähnen ragen die breiten säbelförmigen Hauptsicheln heraus. Dabei können die Hauptsicheln die darunterliegenden Steuerfedern um bis zu vier Zentimeter überragen. Auf dem Kopf sitzt ein mittelgrosser, gleichmässig gezackter Stehkamm, dessen Kammfahne der Nackenlinie folgt, ohne aufzuliegen. Die Ohrscheiben sind rot und deuten auf die bräunliche Schalenfarbe der Eier hin. Der Rassegeflügelstandard für Europa weist eine Legeleistung von 120 Eiern pro Jahr aus, doch Züchter berichten, dass die Federfüssigen Zwerghühner oft leistungsfähiger sind und über mehrere Jahre eifrig Eier legen. Vom Charakter her gelten die 650 Gramm schweren Hennen als zutraulich.

Durch die Fussbefiederung scharren die Hühnchen nur wenig. Die vierte Aussenzehe sowie die Mittelzehe sind mit festen Latschenfedern besetzt und bilden eine geschlossene Fussbefiederung. Etwas abgestossene Latschen sind keine Fehler an Ausstellungen, doch eine fehlende Mittelzehenbefiederung wird nicht gerne gesehen. Die Hühner brauchen wegen der Fussbefiederung keine besondere Pflege. Doch für den Auslauf eignet sich ein Hühnertürchen, das genügend breit ist, damit die Hühner ihre Fussfedern nicht anstossen. Im Auslauf ist ein sandiger Boden oder stets kurz geschnittener Rasen besonders geeignet. Gerade bei kaltnassem Wetter ist es empfehlenswert, die Hühner auch einmal im Stall zu lassen.

Die ersten Hinweise auf die Vorfahren sollten bis auf 60 Jahre nach Christus zurückgehen. Unter den in «Aldrovandis Ornitologie» erwähnten Hühnchen wird ein federfüssiges Exemplar dargestellt, das mit den heutigen gold-porzellanfarbigen Tieren

Steckbrief

Gewicht Hahn: 750 Gramm

Gewicht Henne: 650 Gramm

Schalenfarbe: weiss bis bräunlich

Eiergewicht: 30 Gramm

Legeleistung: 120 Eier pro Jahr

Seit 135 Jahren ausgestellt

Weiter soll es niederländische Gemälde aus dem 16. Jahrhundert geben, die Hinweise auf die Rasse geben. Bei der Erschaffung der heutigen Rassen sollen die Engländer tatkräftig mitgewirkt haben. Im britischen Standard sind Hinweise auf «gestiefelte» Zwerghühner zu finden, wie Rüdiger Wandelt im «Handbuch der Zwerghuhnrassen» schreibt. Diese Eigenschaft findet sich noch heute im Rassenbeschrieb mit den Schenkelstulpen, die parallel zur Unterlinie getragen werden.

Erstmals sollen die Federfüssigen Zwerghühner vor 135 Jahren auf einer Geflügelausstellung in Düsseldorf (DE) gezeigt worden sein. Dabei wurden drei Pärchen gold-porzellanfarbige Tiere von Hugo du Roi aus Braunschweig ausgestellt.

Die Verbreitung der Zwerghühnchen war zwischen den beiden Weltkriegen eher bescheiden. Danach verbreiteten sich die Federfüssigen Zwerghühner schnell weiter und gelten noch heute als eine sehr weitverbreitete Zwergrasse.

Weitere Informationen: www.federfuss.org

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