Tierschutz kritisiert Tierausstellungen

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Dass Kühe während der gesamten Olma angebunden blieben, ist laut dem STS nicht zeitgemäss.
Schweizer Tierschutz (STS)
Tierschutz
Bei Tierausstellungen komme das Wohl der Tiere oft zu kurz, kritisiert der Schweizer Tierschutz. Im Bericht werden unter anderem zu kleine Käfige für Vögel, über Tage angebundene Kühe und verbotene Hunde-Würgeleinen angeprangert.

Die Fachleute des Schweizer Tierschutz (STS) besuchten letztes Jahr 13 Tierausstellungen. Nur an wenigen Orten werde dem Besucher eine beispielhafte, artgemässe Tierhaltung präsentiert, teilte der STS am Mittwoch mit. Das Tierwohl werde vielerorts stark eingeschränkt.

An der Berner Frühlingsmesse BEA und der Olma in St. Gallen etwa würden Kühe während der gesamten Ausstellungsdauer angebunden gehalten. Dies sei weder zeitgemäss noch tiergerecht, schreibt der STS. An manchen Orten sind die Käfige aus Sicht des STS zu klein, so etwa an der SwissBird, der Nationalen Ziervogelschau von «Ziervögel Schweiz». An dieser Ausstellung bemerkten die Tierschutz-Experten aber auch «einzelne Vorkehrungen zur Verbesserung der Vogelhaltung», die sich aus einem Dialog zwischen Kleintiere Schweiz (Herausgeber der «Tierwelt») und dem STS entwickelt hätten. So konnten sich die kleineren Vogelarten in ihren Käfigen hinter ein an der Vorderseite angebrachtes Bewertungsblatt zurückziehen.

Lob für neue Bewertungskriterien
Auch an der Schweizerischen Rammlerschau von «Rassekaninchen Schweiz» in Sempach waren die Käfige aus Sicht des STS zu klein. Jedoch wird im Bericht gelobt, dass den Kaninchen Bleche als Sichtschutz zur Verfügung gestellt wurden. Auch über die neuen Bewertungskriterien für extreme Zuchtformen, die Kleintiere Schweiz eingeführt hat, zeigen sich die Tierschützer erfreut.

Weiter kritisierte der STS die Haltung von Tieren an Reptilienbörsen in viel zu kleinen Behältern. Dass die Reptilien direkt an der Börse gekauft werden können, verleite zudem zu «Spontankäufen mit ungewissem Ausgang». Bei Hunde- und Katzenausstellungen gibt es laut dem STS ebenfalls Missstände. Nach wie vor würden Extremzuchten ausgestellt, auch würden Hunde mit gesetzlich verbotenen Würgeleinen und -halsbändern herumgezerrt.

Der STS ist nicht grundsätzlich gegen Ausstellungen mit Tieren, wie er festhält. Es brauche aber ausreichend Platz und Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere. Wo Tiere länger als einen Tag ausgestellt werden, müssten mindestens die gesetzlichen Minimalvorschriften eingehalten werden. Der gesamte Bericht «Tierausstellungen 2015» kann auf der Website des STS heruntergeladen werden.

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