In 80 Jahren fast keine Kaiserpinguine mehr?

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Der Klimawandel könnte die Kaiserpinguine an den Rand des Aussterbens bringen.
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Klimawandel
Wenn die Erderwärmung mit derzeitigem Tempo voranschreitet, könnten Kaiserpinguine einer neuen Studie zufolge bis zum Ende des Jahrhunderts fast ausgestorben sein. 

Kaiserpinguine können bis zu 130 Zentimeter gross werden und leben in Kolonien auf dem Packeis in der Antarktis. Das Meereis dient den Pinguinen unter anderem als Plattform von der aus sie nach Nahrung tauchen und als Fluchtort vor Feinden. Es beeinflusst zudem die Krillmenge und ist daher wichtig für die Nahrungskette der Vögel. Packeis ist durch den Klimawandel allerdings immer stärker vom Schmelzen bedroht.  

Ein Forscherteam um Vogelexpertin Stephanie Jenouvrier von der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) nutzte und entwickelte verschiedene Computermodelle zur Projektion der Zukunft des Packeises und der Kaiserpinguine. Ergebnis: Wenn die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzt werden kann – wie im Pariser Klimaabkommen vorgesehen – würden nur rund fünf Prozent des Packeises schmelzen und die Zahl der Pinguin-Kolonien um rund 19 Prozent sinken. Derzeit gebe es 54 bekannte Kolonien.  

Wenn die Erderwärmung nur auf 2 Grad begrenzt werden kann, würden fast 15 Prozent des Packeises schmelzen und rund ein Drittel der derzeit existierenden Pinguin-Kolonien verschwinden.  

Gehe die Erderwärmung aber so weiter wie derzeit, dann würde die Zahl der Kolonien bis 2100 um 80 Prozent sinken, die Zahl der Pinguine sogar um 86 Prozent, schreiben die Forscher im Fachjournal «Global Change Biology» vom Donnerstag. «In diesem Szenario liefen die Pinguine effektiv ihrem Aussterben entgegen», sagte Jenouvrier.

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