Alpen-Tiere passen sich nicht schnell genug an Klimawandel an

Libelle

Libellen gehören zu den Tieren, die sich nicht an die klimatischen Veränderungen anpassen können. Die Verfügbarkeit von Wasser bestimmt ihren Standort.
 

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Klimawandel
Die Tiere und Pflanzen in den Schweizer Alpen sind mit der Klimaerwärmung mehrheitlich überfordert, wie eine Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) ergeben hat. Zwar passen sie sich durchaus an die neuen Umstände an – allerdings zu langsam.

Seit 1970 hat sich das Klima in den Schweizer Alpen um etwa 1,8 Grad Celsius erwärmt, wie die WSL am Donnerstag mitteilte. Flora und Fauna reagieren darauf, indem sie in höher gelegene Regionen flüchten, wo es kühler ist. Um in den gewohnten klimatischen Bedingungen weiterzuleben, müssten sie aber 60 bis 70 Höhenmeter pro Jahrzehnt zurücklegen. Den meisten Arten gelingt das nicht.

So schaffen Bäume und Sträucher 33 Höhenmeter pro Jahrzehnt – und liegen damit noch vor Vögeln, Farnen und holzzersetzenden Pilzen. Diese schaffen es nur auf 15 Höhenmeter. Amphibien und Libellen bewegen sich sogar überhaupt nicht weiter nach oben. Sie sind im Larvenstadium an wasserreiche Standorte gebunden.

Der Frühling beginnt immer früher
In den Alpen wird es allerdings nicht nur wärmer, auch der Frühling beginnt immer früher. Das beeinflusst Pflanzen und Tiere in deren Lebensweise. So haben Pflanzen, Reptilien, Zugvögel und an Land lebende Insekten ihre Aktivitäten im Frühjahr um durchschnittlich zwei bis acht Tage pro Jahrzehnt vorverlegt. Andere Vögel sowie Amphibien und Wasserinsekten haben sich hingegen nicht beeinflussen lassen.

Alle diese Arten sind allerdings Teil eines aufeinander abgestimmten Ökosystems. Wenn es darin zu zeitlichen Verschiebungen beim Verhalten einiger Arten kommt, könnte das den langfristigen Fortbestand des Systems bedrohen.

Die Übersichtsstudie wurden von der WSL zusammen mit dem französischen Centre national de la recherche scientifique (CNRS) durchgeführt. In die Studie flossen neben bereits veröffentlichter Fachliteratur zu einem grossen Teil auch Daten aus Bürgerwissenschaftsprojekten ein.

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