Berner Stadttauben gegen Taubenpest geimpft

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Der Impfstoff wurde den Tauben in den Nacken gespritzt.
Tierpark Bern
Krankheit
Erstmals in Europa wurden freilebende Stadttauben gegen die Taubenpest geimpft. Derartige Aktionen sollen künftig jedes Jahr durchgeführt werden.

109 Berner Stadttauben wurden gestern Donnerstag, 28. Januar 2016, gegen das Paramyxovirus geimpft. Die Impfung sei bei Taubenzüchtern verbreitet und teilweise sogar obligatorisch, diese an freilebenden Tauben anzuwenden sei in Europa neu, teilte der Tierpark Bern mit. Die Tauben wurden an den betreuten Taubenschlägen eingefangen. Dann erhielt jede Taube den Impfstoff unter die Haut im Nacken injiziert. Abends konnten die geimpften Tauben in ihre Heimatschläge zurückgebracht werden.

Ende 2014 Anfang 2015 war in Bern die Taubenpest ausgebrochen. Eine Therapie gegen die Virusinfektion gab es nicht. Sie ist inzwischen abgeklungen und die Taubenpopulation hat sich langsam erholt. Im September zählte die Berner Stadttaubenpopulation laut dem Tierpark rund 700 Tiere, etwa halb so viele wie normal in Bern leben.

Die Impfaktion soll künftig jährlich wiederholt werden, wenn der Tierpark in den Taubenschlägen die Bestandskontrolle durchführt und die Tauben auf Parasiten behandelt. So sind speziell diejenigen Tauben geschützt, die einer höheren Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind, da sie in den Schlägen nahe beieinander leben. Die wildlebenden Tauben, die der Tierpark nicht kontrollieren kann, sind dagegen der natürlichen Selektion ausgesetzt.

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