Bund beanstandet fast 80 Prozent aller Pelz-Verkaufsstellen

Pelz

Tierpelze müssen seit dem 1. April als «Echtpelz» gekennzeichnet werden. So sollen Kundinnen und Kunden in den Läden auf den ersten Blick zwischen Kunst- und Echtpelz unterscheiden können.

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Pelzdeklaration
Pelzdeklarationskontrolleure haben im vergangenen Jahr 79 Prozent aller Verkaufsstellen beanstandet, weil sie ihre Pelzprodukte nicht richtig oder gar nicht deklarierten. Dies teilte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BLV) am Donnerstag mit.

Die Kontrollen wurden gemäss Mitteilung sowohl bei kleinen Unternehmen und Internetanbietern als auch bei grossen Geschäftsketten durchgeführt.

Gar nicht deklariert waren demnach 15 Prozent der kontrollierten Ware. Fehlerhaft deklariert waren 22 Prozent der Produkte. Vor allem bei Pelzjackenkrägen ist die Deklaration laut dem BLV mangelhaft. Die meisten beanstandeten Produkte stammten vom Marderhund, gefolgt von Polarfuchs- und Nerzprodukten.

Die hohe Zahl an Beanstandungen zeige, dass viele Verkaufsstellen die Pelzdeklaration noch immer nicht korrekt umsetzten und in der Branche weiterhin beträchtliche Wissenslücken bestünden, schrieb das BLV weiter.

Als Reaktion darauf verschärft der Bund nun die Kontrollen. Die Geschäfte müssten fehlerhafte Deklarationen neu in einer kürzeren Zeit korrigieren. Und wenn die Deklaration nach Ablauf der Frist nicht korrekt sei, leite das BLV rechtliche Schritte ein. Zusätzlich würden die Verkäufer wieder mehr über ihre Pflichten informiert.

Mangelhafte Deklaration seit Jahren
Dass in der Schweiz verkaufte Pelzprodukte nicht korrekt deklariert sind, ist kein neues Problem. Im Vorjahr Jahr lag die Zahl der Beanstandungen bei 71 Prozent aller kontrollierten Anbieter.

Bei den Kontrollen in den Jahren 2014/2015 erfüllten von den 88 kontrollierten Geschäften nur 14 die Deklarationspflicht vollständig.

Verschärfte Deklarationspflicht seit April
Die Deklarationspflicht wurde in der Schweiz 2013 eingeführt. Seither müssen alle Läden, die Pelze verkaufen, auf dem Produkt den Namen der Tierart, das Herkunftsland des Fells sowie die Art der Haltung oder die Fangmethode angeben.

Im Februar dieses Jahres reagierte der Bundesrat auf die hohe Zahl der Beanstandungen bei den Kontrollen und verschärfte die Deklarationspflicht. Tierpelze müssen seit dem 1. April als "Echtpelz" gekennzeichnet werden. So sollen Kundinnen und Kunden in den Läden auf den ersten Blick zwischen Kunst- und Echtpelz unterscheiden können.

Auch Produktionsarten, die nicht dem Schweizer Tierschutz- oder Jagdgesetz entsprechen, müssen vermerkt werden. Dazu gehören etwa die Fallenjagd oder Käfighaltung mit Gitterböden.

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