Buntbarsche: Fähigkeit zur schnellen Flucht in Eiern abgespeichert

Buntbarsch greift Räuber an

Ein Brutfisch einer natürlichen Buntbarsch-Gruppe greift einen Räuber an.

Institut für Ökologie und Evolution, Universität Bern

Forschung
In Lebensräumen, wo es von Feinden wimmelt, müssen Tiere schnell reagieren können, um zu überleben. Diese Fähigkeit geben Buntbarsch-Mamas ihrem Nachwuchs bereits vor dem Schlüpfen mit auf den Weg, wie ein Team der Uni Bern im Fachmagazin «PNAS» berichtet.

Für die Studie führten die Forschenden um die Professorin Barbara Taborsky vom Institut für Ökologie und Evolution Experimente mit sozial brütenden Buntbarschen durch: Der einen Gruppen spielten sie werdenden Fisch-Müttern mehrmals pro Woche Videoclips vor, in denen Raubfische zu sehen waren. Die Kontrollgruppe bekam Videos mit leeren Aquarien zu sehen. Demnach wiesen die Nachkommen von denjenigen Müttern, die während der Eibildung einen Räuber wahrgenommen hatten, einen um 50 Millisekunden schnelleren Fluchtreflex auf als ihre Artgenossen.

Die Forschenden stellten auch fest, dass «Mütter der Räuber-Versuchsgruppe grössere und proteinreichere Eier legten, also mehr Energie für jedes einzelne Junge aufwandten«, liess sich Taborsky in einer Mitteilung der Uni Bern zitieren. So waren diese Jungen kurz nach dem Schlüpfen denn auch schwerer und grösser als diejenigen, deren Mütter nicht in einer vermeintlich risikoreichen Umgebung die Eier abgelegt hatten. Auch dies verschaffe dem Fisch-Nachwuchs einen Überlebensvorteil gegenüber Räubern, so die Berner Professorin.

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