Die Stadt Zürich ist ein Paradies für Wildbienen

Rote Mauerbiene auf Traubenhyazinthe

Früh blühende Blumen wie Traubenhyazinthen sind gutes Stadtbienen-Futter. Im Bild: Rote Mauerbiene.

Sofia Mangili

Biodiversität
Wer sagt denn, Grossstädte seien lebensfeindliche Biotope? Die Stadt Zürich jedenfalls verfügt über eine derartige Vielfalt an Wildbienen, die selbst Forscher überrascht.

164 der in der Schweiz heimischen rund 600 Wildbienenarten kommen in der Stadt Zürich vor. Sie leben in Gärten, Parks und auf anderen Grünflächen der Stadt. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass jede Art von Grünfläche unterschiedliche Arten beherbergt. Das zeigt, wie wichtig es ist, eine grosse Vielfalt von Grünflächen in Städten zu erhalten.

«Das Wachstum der Stadtflächen muss nicht unbedingt zu einer Vereinheitlichung der Fauna mit einigen wenigen Arten führen, wie häufig befürchtet wird», schreibt Marco Moretti von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL in einer Mitteilung. Zumindest für Wildbienen ist die Stadt Zürich weder eine Betonwüste noch eine ökologische Einöde, wie die WSL in einer Analyse herausfand. Verwendet wurden Daten aus drei grossen Studien zur Biodiversität in der Stadt Zürich.

Ein Flachdach ersetzt keinen Garten
Stadtbienen sind überwiegend Arten, die Pollen und Nektar der grossen Pflanzenvielfalt der Stadt als Nahrung nutzen können. Sie sind früh im Jahr und eine lange Zeit aktiv und nisten häufig in bestehenden Hohlräumen.

Während in Gärten und auf Brachflächen im Schnitt etwa 25 Wildbienenarten leben, sind es in Parks und auf begrünten Flachdächern «nur» 15 Arten. Gartenbienen stellen dabei höhere Ansprüche an die Qualität des Lebensraums. In der Regel sind solche Spezialisten eher von Lebensraumschwund bedroht. Die Ergebnisse bedeuten denn auch, dass kein Grünraum verloren gehen darf oder durch einen anderen ersetzt werden kann – etwa Stadtgärten durch begrünte Flachdächer.

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