Fallwild soll auf den Teller kommen

Totes_RehRalfLotysSicherlich-by.jpg
Ein Reh, das nach einem Unfall erschossen werden muss, wird derzeit im Kanton Bern nicht verwertet.
Ralf Lotys (Sicherlich) / cc-by
Politik
Rehe, die angefahren werden und dann getötet werden müssen, sollen im Kanton Bern wieder verwertet werden dürfen. Der Grosse Rat hat ein Postulat angenommen.

Heute entsorge man gesundes Fleisch in Kadaversammelstellen, kritisierten mehrere Votanten im Berner Grossen Rat am Donnerstag. Diese Verschwendung von Nahrungsmitteln sei unhaltbar. Das Postulat von Werner Moser (SVP), das auf eine Änderung der Regelung abzieltl, wurde mit 88 zu 43 Stimmen angenommen.

Auf die Verwertung von Fallwild wird seit 2013 verzichtet. Der Kanton sah es als zu aufwendig an, die betroffenen Tiere innert kurzer Zeit einem Kühlraum zuzuführen und einzeln auf ihre Verwertbarkeit zu prüfen. Aus Sicht der Regierung hat sich die Regelung bewährt. Von den im Strassenverkehr verunfallten Rehen müsse nur etwa ein Fünftel mit Fangschuss getötet werden, sagte Regierungsrat Andreas Rickenbacher. Die meisten würden totgefahren und wären gemäss Bundesvorgaben sowieso nicht verwertbar.

Ob nach Annahme des Postulats bald angefahrene Rehe auf dem Teller landen, ist fraglich. Das Parlament hat eigentlich gar nichts zu sagen. Das Thema liegt in der abschliessenden Zuständigkeit des Regierungsrats.

Kommentare (0)