Fisch mit Schafs-Gesicht

Schafskopffisch

Ein bizarrer Bewohner der Tiefsee: der Asiatische Schafskopf-Lippfisch (Semicossyphus reticulatus)

Martin Voeller/Shutterstock

Wildtiere
Mit seinen vielen Zähnen und dem prägnanten Kopf sorgte Anfang August ein Fang in den USA für Aufsehen. Dabei ist die Schafskopf-Meerbrasse, die ein Angler in den USA aus dem Wasser gezogen hat, ein begehrter und häufiger Speisefisch.

Die Weiten der Weltmeere bergen viele Geheimnisse. Bizarre Kreaturen, die aussehen wie aus einer anderen Welt fühlen sich in diesem Lebensraum wohl. Für Staunen sorgen sie mitunter, wenn sie an der Leine eines Anglers landen. So geschehen in der zweiten Augustwoche am Jennette’s Pier in North Carolina.

Angler Nathan Martin konnte nicht glauben, was er da aus dem Wasser gefischt hatte: eine Schafskopf-Meerbrasse, umgangssprachlich auch «Schafskopffisch» bezeichnet. Die Bilder des Fangs kursierten schnell im Internet und sorgten für Schlagzeilen wie derjenigen bei «Watson»: Von einem «Fisch mit Menschenzähnen» war da die Rede.

Doch als die Besonderheit, als welche die Social-Media-Gemeinde den Fang taxierte, gilt der Schafskopffisch nicht. Er ist essbar und spielt für die kommerzielle Küstenfischerei eine wichtige Rolle. Da er sich in einer Tiefe von bis zu 15 Metern bewegt, lässt er sich mit Ködern – vornehmlich Krabben und Muscheln – relativ leicht fangen. 

Die Rolle der stumpfen Zahnreihen
Die kräftigen, in mehreren Reihen angeordneten Zähne, sind der Blickfang des Tiers, das mit wissenschaftlichem Namen Archosargus probatocephalus heisst. Obwohl sie stumpf sind, erlauben die Beisser es ihm, Krusten- und Krabbentiere zu zermalmen, seine Lieblingsmahlzeit. 

Der zweite Augenmerk gilt dem Streifenmuster auf den Schuppen. Es hat dem Fisch den Übernamen Sträflings-Meerbrasse eingebracht. Damit ist auch verraten, welcher Tierfamilie er angehört: den Meerbrassen.  

Zuhause sind sie im westlichen Atlantik, wo man ihnen in einem grossen Radius begegnet: vornehmlich vor der Küste Neu-Schottlands, dem Golf von Mexiko bis nach Brasilien. Im dortigen Brackwasser fühlen sie sich gleichermassen wohl wie in den Meeresbuchten und Flussmündungen. Erstaunlich ist, dass die Fische mitunter auch in Süssgewässer wandern und sich auch an diesen Lebensraum anpassen können. 

Theoretisch erreichen Sträflings-Meerbrassen eine Grösse von bis zu 90 Zentimetern und ein Gewicht von maximal neun Kilogramm. In Tat und Wahrheit werden die meisten von ihnen aber nur 20 Zentimeter lang und bis zu zwei Kilogramm schwer. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass sie schnell einmal auf den Tellern landen.  

Autor

Leo Niessner

Leo Niessner

Leo Niessner ist «Tierwelt»-Online-Redaktor, Social-Media-Manager und News-Feed-Leser. Er berichtet gerne über Flora und Fauna oder über Menschen, die sich um Flora und Fauna verdient machen, und schöpft in den Bergen Energie. Er mag Tiere. Und Musik. Am liebsten solche, in der Tiere vorkommen – zu hören in den Spotify-Listen zu jeder «Tierwelt»-Ausgabe, die er mit der Redaktion Woche für Woche zusammenstellt. Und ja, er spielt auch selber Musik. Sein grösster Traum: eine eigene «Arche Leo», in der alle Tiere dieser Welt Platz haben. Mit einem VIP-Sektor für bedrohte Arten.  

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