Fischer protestieren gegen Aquakultur im Bodensee

Mit einem Schiffskorsos haben Berufsfischer aus Deutschland und der Schweiz in Konstanz gegen Fischzucht-Anlagen im Bodensee protestiert. Mehr als 100 Wasserfahrzeuge beteiligten sich laut Veranstaltern am Wochenende an der Aktion. Eine Genossenschaft will die Anlagen zur Zucht von Felchen bauen lassen, weil die Fangerträge seit Jahren einbrechen.

Grund dafür ist etwa Nährstoffmangel im immer saurer werdenden See. Weil der Appetit auf Felchen aber nach wie vor gross ist, werden immer mehr Fische aus dem Ausland importiert. «Netzgehege zur Felchen-Zucht sind eine schlechte Zukunftsvision für den Bodensee», sagte Elke Dilger von den badischen Berufsfischern am Rande der Aktion vom Samstag.

Die Mehrheit der Berufsfischer ist gegen die Fischmast. Sie befürchten die Übertragung von Krankheiten auf Wildtiere und die Verunreinigung des Bodensees, der auch als Trinkwasserspeicher für rund vier Millionen Menschen dient. Die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) schliesst Netzgehege explizit aus. Für noch mehr Sicherheit fordern die Fischer ein gesetzliches Verbot.

Die Genossenschaft «Regio Bodensee Fisch» will es trotzdem mit «modernen und ökologisch gut geführten» Anlagen ausprobieren. Rückenwind gibt es von Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk: «Aquakulturen können ein Weg sein, um unter Einhaltung höchster Umweltstandards hochwertigen, regionalen Speisefisch zu erzeugen», sagte er. Sollte ein Antrag eingehen, müsse dieser durch die zuständigen Behörden geprüft werden.

Aus Sicht des bayerischen Landwirtschaftsministeriums kann der Aufbau und der Betrieb einer Netzgehege-Aquakultur nur zusammen mit den aktiven Seefischern funktionieren. Und diese seien dagegen.

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