Fledermäuse lassen wegen Regen die Flügel hängen

Fledermausmutter in Pflegestation wird gefüttert

Fütterung einer Zwergfledermaus in der Notpflegestation.

Zoo Zürich, Nicole Schnyder

Tiere in Not
Das schlechte Wetter der vergangenen Wochen ist nicht spurlos an den Schweizer Fledermäusen vorbeigegangen. Fledermausmütter fanden wegen des vielen Regens zu wenige Insekten, um genügend Milch für ihre Jungen zu produzieren.

Viele Fledermausmütter mussten ihre Jungtiere zwangsläufig aufgeben, weil sie diese nicht ernähren konnten. Aufmerksame Tierfreunde geben in diesen Wochen deshalb besonders viele kleine Fledermäuse in der Notpflegestation auf dem Gelände des Zürcher Zoos ab.

Hier werden die erschöpften, verwaisten und oft auch verletzten Flatterer von Mitarbeitenden der Stiftung Fledermausschutz, dem Zürcher Tierschutz und dem Zoo gepflegt und aufgepäppelt. Die Tiere bleiben so lange in der Station, bis sie wieder bei Kräften sind. Sobald sie das Flugtraining erfolgreich absolviert haben, werden sie wieder in die Natur freigelassen.

Pflegestation so voll wie nie zuvor
Die Station sei momentan so voll wie nie zuvor, teilte der Zoo am Mittwoch mit. Aktuell werden rund 30 Fledermäuse aufgepäppelt, wobei diese Zahl täglich ändert.

In «normalen» Jahren werden jährlich rund 300 Tiere gepflegt. Zudem beantwortet das Notfalltelefon rund 3000 Anrufe von Personen, die Fledermäuse gefunden haben und nicht weiter wissen.

Fledermäuse in der Pflegestation

Die aktuelle Belastung durch das Wetter gefährdet den Schweizer Fledermaus-Bestand weiter. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts werden es ohnehin schon immer weniger Tiere, weil ihre Unterschlupfmöglichkeiten verschwinden. Diese werden durch Renovationen von Dachgeschossen aber auch wegen fehlender Altholzbestände im Wald immer spärlicher.

Auch ihre Beutetiere, die Insekten, sind bekanntlich bedroht. Fledermäuse leiden ausserdem unter der Lichtverschmutzung, der Zersiedelung und der Lärmbelastung. Nach wie vor gibt es in der Schweiz aber dreissig Arten von Fledermäusen. Es ist dies die artenreichste Gruppe innerhalb der Säugetiere.

Ruf als Virenschleuder
Seit Beginn der Corona-Pandemie haben Fledermäuse auch noch einen Ruf als Virenschleudern. Tatsächlich fanden Forschende auch bei Schweizer Fledermäusen viele verschiedene Viren. Sie sind gemäss Angaben des Zoos geradezu ein «Reservoir» für diese.

SARS-CoV-2, der Auslöser für Covid-19, wurde bei Schweizer Fledermäusen jedoch nicht gefunden. Trotzdem rät der Zoo dazu, den direkten Kontakt mit Fledermäusen zu meiden. Wie alle Wildtiere können sie Krankheiten übertragen.

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