Forschende beschreiben Felchenvielfalt im Berner Oberland

Felchen

Immer mehr Felchenarten werden entdeckt (unser Themenfoto zeigt den Lavsret (Coregonus lavaretus), eine Fischart aus der Gattung Coregonus, die im Lac du Bourget und im Lac d’Aiguebelette endemisch ist. Früher kam sie auch im Genfersee vor).

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Forschung
Die Artenvielfalt der Felchen in Thuner- und Brienzersee zählt zu der grössten weltweit. Sieben Felchenarten haben Wissenschaftler der Eawag und der Uni Bern im Fachmagazin «Zookeys» nun beschrieben - vier davon zum ersten Mal überhaupt.

Von den beschriebenen Arten (Fachartikel), die nur in den Berner Oberländer Seen vorkommen, entstanden mindestens sechs nach dem Ende der letzten Eiszeit vor 12'000 Jahren, wie das Wasserforschungsinstitut Eawag am Donnerstag mitteilte. Die siebte sei wohl aus einer Art hervorgegangen, die im 20. Jahrhundert vom Bodensee in die Berner Oberländerseen gelangte.

Der Genfer Zoologe Victor Fatio dokumentierte bereits 1885 drei Arten, die sowohl im Brienzer- als auch im Thunersee leben: den Brienzling (Coregonus albellus), den Balchen (Coregonus alpinus) sowie den Felchen (Coregonus fatioi).

Neu beschrieben hatte das Team um den Evolutions- und Fischbiologen Ole Seehausen den Kropfer (Coregonus profundus), die provisorisch Balchen2 (Coregonus steinmanni) getaufte Felchenart und den Albock (Coregonus acrinasus), dessen Ursprung sich womöglich im Bodensee befindet. Die einzige Art, die nur im Brienzersee vorkommt, erhielt den wissenschaftlichen Namen Coregonus brienzii.

Spezialisierung erlaubte Koexistenz
Nach der letzten Eiszeit entstanden in allen grösseren Alpenrandseen mehrere Felchenarten, die sich auf unterschiedliche Nahrung, Laichplätze und Laichzeiten spezialisiert hatten. Das erlaubte es ihnen, nebeneinander zu leben.

Doch ein zu hoher Nährstoffeintrag in die Gewässer führte dazu, dass ein Drittel der historisch bekannten Felchenarten ausstarb oder genetisch mit anderen Arten verschmolz. Die Berner Oberländer Seen sowie der Vierwaldstättersee waren davon weniger stark betroffen als andere ursprünglich besonders artenreiche Seen, wie die Eawag schrieb.

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